Universitäten analysieren Gründe für Misserfolg bei Exzellenzinitiative

Sprecher der Uni Kassel: Dr. Guido Rijkhoek. Foto: Fischer

Wiesbaden. Lange Gesichter am Tag nachdem Hessen in der Exzellenzinitiative fast leer ausging. „Wir erwarten jetzt eine detaillierte Begründung“, sagte Dr. Guido Rijkhoek, Sprecher der Universität Kassel. Mit zwei Forschungsprojekten hatte sich die Universität beworben.

Beide kamen nicht in die zweite Runde. „Nach wie vor sind wir davon überzeugt, dass es sich dabei um zukunftsweisende Forschungsansätze handelt“, sagte Rijkhoek. Die Entwicklung von Sensornetzwerken und die Forschung an neuen Kunst- und Metallstoffen werden auch unabhängig von der Exzellenzinitiative weitergehen. Grundlagen- und anwendungsbasierte Ansätze wie die der Uni Kassel scheinen derzeit nicht in die Förderkulisse zu passen, vermutet Rijkhoek.

Von einer herben Niederlage sprach indes Frankfurts Universitätspräsident Werner Müller-Esterl. „Wir sind sehr enttäuscht“, kommentierte Marburgs Universitätspräsidentin Katharina Krause.

Insgesamt hatten die fünf hessischen Unis 17 Förderanträge eingereicht - nur zwei wurden akzeptiert. Selbst Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) ist „enttäuscht“.

In der zweiten Runde wird aus Hessen nur noch die TU Darmstadt dabei sein. Sie passierte die Vorrunde mit einem Forschungsprojekt über neuartige technische Keramiken und einer Graduiertenschule zur Ausbildung von Energie-Ingenieuren.

Schmerzlich: Keine hessische Universität kann auf den Titel Elite-Uni hoffen. 22 Hochschulen hatten sich darum beworben, drei davon aus Hessen: Darmstadt mit dem Zukunftskonzept „Technik als Kultur“, Frankfurt mit „Design und Dynamik einer Universität der Zukunft“, Gießen mit „Translating Science“.

Ministerium sucht Gründe

Auch das Ministerium will schauen, woran es lag. Waren die Schwerpunkte falsch gesetzt? Wiesbaden habe keinen Einfluss auf die Inhalte, betonte Sprecher Ulrich Adolphs.

Die Grünen im hessischen Landtag verweisen auf den Hochschulpakt, dessen Einschnitte in die Finanzen die Unis beklagen. Kühne-Hörmann müsse „endlich erkennen, dass sich Kürzungen in der Grundfinanzierung der Hochschulen und unzureichende Finanzierung der Studienplätze nicht mit wissenschaftlicher Exzellenz vertragen“, sagte die wissenschaftspolitische Sprecherin Sarah Sorge. (lhe/ska)

Quelle: HNA

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