Dümmer als die Polizei erlaubt: Kuriose Kriminalfälle 2012 in Hessen

Fulda. Manche Ganoven sind wirklich dümmer als die Polizei erlaubt. Im Jahr 2012 überboten sie sich mit irrsinnigen Einfällen - und Unfähigkeit. Einige gingen mit ihren geplanten Coups böse baden. Der Polizei erleichterten sie durch grobe Patzer die Verbrecherjagd.

Ein besonderes Schätzchen beförderten zwei Männer in einem für Kinder gedachten Fahrradanhänger. Sie schoben das Vehikel zu später Stunde in Ober-Ramstadt verdächtig vor sich her. Inhalt: ein aufgebrochener Tresor, den sie entsorgen wollten.

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In Homberg (Ohm) suchte sich ein Autoknacker den falschen Wagen aus und versuchte ausgerechnet ein Observationsfahrzeug der Polizei zu öffnen. Blöd nur, im Wagen saßen zwei Beamte - Pech gehabt, Festnahme.

„Bei einigen Straftaten denkt man sich wirklich: Mich laust der Affe. Aber wir nehmen solche Vorlagen natürlich gern an und verwandeln eiskalt“, sagte Manfred Knoch, Sprecher der Polizei in Bad Hersfeld. Er hat schon einige dämliche Aktionen erlebt, zum Beispiel von Einbrechern: „Die arbeiten ohne Handschuhe oder nippen auch gern am Rotwein, der offen auf dem Tisch steht.“ So manchem Tankbetrüger sei auch entgangen, dass Kameras auf die Zapfsäulen gerichtet sind.

In Darmstadt feierte ein Taschendieb (48) seinen Beutezug dermaßen ausschweifend mit Alkohol, dass er am Straßenrand einschlief und von der Polizei aufgegriffen wurde. Bei ihm fanden die Beamten die Geldbörse einer Frau.

Einbrecher suchen sich zuweilen prickelnde Ziele aus. In Erlensee drangen sie alles anderes als gefühlvoll in einen Sexshop ein. Die unliebsamen Besucher schlugen die Glasscheibe der Eingangstür ein. Sie stahlen nicht nur Geld sondern auch DVDs und das ein oder andere Spielzeug für intime Momente. Dem Sprecher des Polizeipräsidiums in Offenbach, Henry Faltin, vergeht der Spaß: „Einbrüche, Unfälle, Festnahmen - meist sind die Angelegenheiten der Polizei sehr ernst. Doch es gibt auch immer wieder Täter, die uns Polizisten selbst in ernsten Situationen ein Lächeln ins Gesicht zaubern.“

Das Lächeln wird den Beamten in Wald-Michelbach gefroren sein. Sie wurden selbst Opfer von Langfingern. Auf der Fahrt mit festgenommenen Ladendieben wurde ihnen eine Digitalkamera aus dem Wagen gestohlen.

Manch ein Verbrecher zeigte sich 2012 nicht durchsetzungsstark. In Maintal lachte ein Apotheker einen bewaffneten Räuber aus, packte ihn am Arm und beförderte ihn aus dem Laden. Für seine Angestellte war das zu viel, nichts für schwache Nerven - sie erlitt einen Schock.

In Frankfurt vertrieb ein Kiosk-Besitzer einen mit gezückter Pistole bewaffneten Räuber mit zwei gezielt geworfenen Bierflaschen. Sie verfehlten zwar ihr Ziel, der Täter verzog sich aber lieber.

Eine deftige Visitenkarte hinterließ ein Unbekannter bei einem Racheakt im südhessischen Mörfelden-Walldorf. Er bedeckte den Wagen eines Mannes von vorn bis hinten mit Sauerkraut. Ansonsten wurde der Wagen nicht beschädigt. Die Polizei amüsierte sich und schrieb: „Von dem sauren Sauerkrautrabauken fehlte jede Spur.“

In Hainburg nahe Hanau waren zwei Autodiebe sauer. Mit dem aufgebrochenen Wagen konnten sie wegen eines technischen Defekts nicht wegfahren. Um sich abzureagieren, warfen sie den Wagen um und drehten ihn aufs Dach.

Deutliche Signale hinterließen zwei Spaßvögel in einer Kirche im mittelhessischen Lahnau-Atzbach. Sie drangen - möglicherweise nach einem ausgelassenen Kirmes-Besuch - nachts in das Gotteshaus ein, stellten die Läutmaschine an, nahmen die Fernbedienung mit und hauten ab. Vom Glockengeläut genervt riefen Anwohner die Polizei.

Gestohlen werden auch zuweilen Dinge, die für Fremde wertlos sind. In Marburg wurde einer Frau eine teure Zahnprothese entwendet. Sie hatte das Gebiss in ein Taschentuch gewickelt und in ihrem Handwagen verstaut. Der Dieb - oder ein Spaßvogel - griff erbarmungslos zu.

Über die Wolken schaffte es ein Hochstapler im Sommer, wie die Lufthansa berichtete. Er erschlich sich den Zugang zum Cockpit und flog als Ersatzpilot von München nach Turin. Trotz Piloten-Uniform und gefälschtem Ausweis flog er auf und wurde festgenommen.

In der Deutschen Bahn hingegen reisen auch mal tollwütige Schwarzfahrer mit. Bei einer Fahrkartenkontrolle biss ein Randalierer die Kontrolleure, so dass sie ins Krankenhaus mussten. Erst die Polizei konnte den Beißer in Gewahrsam nehmen.

Unfassbar dreist war ein Dieb im südhessischen Wald-Michelbach. Er brachte zwar eine sechs Jahre zuvor gestohlene Motorsense zum Tatort zurück, nahm aber dafür ein neugekauftes Gerät desselben Typs mit.

Neue Zech-Kumpanen wird sich ein 22-jähriger Frankfurter gesucht haben. Während er von der Polizei aufgegriffen seinen Rausch in einer Zelle ausschlief, brachen seine beiden „Kumpels“ in seine Wohnung ein. Doch die 16- und 17-Jährigen stellten sich so dumm an, dass sie geschnappt wurden und ebenfalls ins Kittchen kamen. Am Ende saß das Trio vereint in derselben Zelle, wie die Polizei mitteilte. (dpa)

Quelle: HNA

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