Kinder lebten im Klima der Gewalt

Schwere Misshandlung: Zwölf Jahre Gefängnis für Familienvater

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Im Landgericht

Marburg. Zu zwölf Jahren Haft und anschließender Sicherungsverwahrung hat das Landgericht Marburg einen 48-jährigen Familienvater verurteilt.

eigene Tochter über lange Zeit sexuell missbraucht.

Erleichterung macht sich im Gerichtssaal breit gemacht, als Richter Thomas Wolf das Urteil verkündete. Verurteilt wurde der Vater von sieben Kindern für sechs belegte Fälle schwerer Misshandlung, drei Fälle gefährlicher Körperverletzung, neunfache Vergewaltigung, zum Teil in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung oder Misshandlung, fünf Fällen sexueller Misshandlung und zwei Fällen von sexuellem Missbrauch Jugendlicher.

Weitere Tatkomplexe seien dem Gericht bekannt, aber nicht Gegenstand dieser Verhandlung gewesen, so Wolf. "Alles das hat die Kinder schwer gefährdet, wie man an den beiden Ältesten sieht", sagte der Richter. Beide seien "einfach kaputt" und nicht mehr in der Lage, ein normales Leben zu führen. Die älteste Tochter habe zahlreiche Selbstmordversuche unternommen. Sie lebe jedoch wieder in einer geschlossenen Einrichtung, auch bei ihrem Bruder sei die Unterbringung in einer Wohngruppe gescheitert.

Für die Kinder sei das Geständnis des Angeklagten von hohem Wert. "Die Kinder sind rehabilitiert, es steht nun außer Frage, dass sie die die Wahrheit sagen." Verteidiger Sascha Marks habe hervorragende Arbeit geleistet, seinen Mandanten zu diesem Geständnis zu bewegen, hob der Richter hervor. Er würdigte auch die hervorragende Arbeit der Kriminalpolizei, die Tag und Nacht für die Zeugen zur Verfügung gestanden habe.

Wolf erklärte im Bezug auf die Lehrer und Betreuer sowie das Jugendamt, alle hätten getan, was sie konnten. "Aber es gab keine Beweise, die Kinder haben in dem Klima der Gewalt, das der Angeklagte geschaffen hatte, eisern geschwiegen". Aber am selben Tag, als die älteste Tochter sich einer Betreuerin offenbarte, sei die Familie "ausgeräumt" worden.

Beim Strafmaß habe das Gericht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, erläuterte Wolf. Die Anordnung der anschließenden Sicherungsverwahrung sei bei sogenannten Hangtätern möglich. Es sei davon auszugehen, dass der Angeklagte bei Freilassung erneut solche Taten begehen werde. Dafür spräche vor allem das Fehlen von Mitgefühl für andere Menschen. Zudem sei der Angeklagte ein pathologischer Lügner mit einem völligen Mangel an Selbstbewusstsein. Das Gericht hat keinen Zweifel am Hang und an der Gefährlichkeit des Angeklagten", fasste er die Beurteilung zusammen. (ky/nh)

Quelle: HNA

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