Erster Ehec-Toter in Hessen - Minister: „ernsthafte Situation“

Frankfurt. Erstes Ehec-Todesopfer in Hessen: Ein 57-jähriger Mann ist am Donnerstag in Frankfurt an dem gefährlichen Darmbakterium gestorben - er ist das bundesweit 29. Opfer. Der Mann habe mit seiner Ehefrau Ende Mai Hamburg besucht, berichtete das Stadtgesundheitsamt.

Nach dem Tod des Frankfurters leiden in Hessen laut Gesundheitsministerium in Wiesbaden noch 50 Menschen an der durch Ehec verursachten Komplikation HUS (hämolytisch-urämisches Syndrom). Minister Stefan Grüttner (CDU) sprach von einer „verflucht ernsthaften Situation“.

Der in Frankfurt gestorbene 57-Jährige war seit Montag stationär behandelt worden, wie der Leiter Infektiologie des Stadtgesundheitsamts, Oswald Bellinger, der dpa sagte. Am Donnerstag starb er an HUS, das unter anderem die Nieren angreift. Auch seine Frau sei erkrankt, liege aber nicht auf der Intensivstation. Ob der Mann Vorerkrankungen hatte, ist dem Gesundheitsamt nicht bekannt.

Der Name des Krankenhauses, in dem der 57-Jährige starb, wurde nicht bekanntgegeben. Mitarbeiter der Uniklinik erklärten, der Patient sei nicht bei ihnen gestorben. In Frankfurter Kliniken werden nach Angaben der Stadt derzeit noch 13 Ehec-Patienten behandelt. „Es befindet sich kein Patient mehr auf einer Intensivstation. Die meisten der Erkrankten sind mittlerweile aus der stationären Behandlung entlassen. Leichter erkrankte Patienten werden vom Hausarzt versorgt“, teilte die Stadt mit.

Auch in Frankfurt gehe - ebenso wie bundesweit - die Zahl der Neuerkrankungen zurück.

Lebensmittelkontrolleure in Hessen haben mittlerweile 560 Proben genommen. Davon seien 413 ohne Befund gewesen, teilte das Umweltministerium mit. Bei den anderen stehe das Ergebnis noch nicht fest. Neels riet, weiterhin das Risiko zu minimieren: häufiges Händewaschen und das Waschen und Schälen von Gemüse und Obst. Grüttner betonte in der Aktuellen Stunde des Landtags, die Krankenhäuser im Land hätten „in außergewöhnlicher Weise auf die Epidemiesituation reagiert“.

Die Krankenhäuser dürften aber nicht auf den dadurch entstandenen Kosten sitzenbleiben. Damit werde sich die Gesundheitsministerkonferenz Ende Juni in Frankfurt befassen. Der Vorsitzende der FDP-Fraktion, Florian Rentsch, bezeichnete es als „äußerst bedauerlich“, dass die Quelle der Infektionen immer noch nicht gefunden sei, wenn auch die Behörden mit Hochdruck daran arbeiteten. Kordula Schulz-Asche von den Grünen kritisierte, dass beim Krisenmanagement „einiges nicht richtig läuft“. (lhe)

Quelle: HNA

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