Evangelische Kirche setzt Sparkurs fort

Frankfurt. Die evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) setzt ihren Sparkurs fort. Die Synode der EKHN verabschiedete am Freitag in Frankfurt ihren Haushalt für 2011.

Der Etat sieht Einnahmen und Ausgaben von jeweils 486 Millionen Euro vor. Das sind 1,7 Prozent mehr als der Ansatz für das laufende Jahr. Das Gros der Einnahmen, etwa 400 Millionen Euro, stammt aus der Kirchensteuer. Das sind elf Prozent mehr als in der Planung für 2010.

Von den Ausgaben gehen fast 32 Millionen Euro als Umlage an die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD). 43 Prozent (209 Millionen Euro) fließen an die Kirchengemeinden, Dekanate und Regionalverwaltungen. Die Einsparvorgabe, die die Kirche sich selbst gemacht habe, werde eingehalten. „Aber wir sind in vielen Bereichen an der Schmerzgrenze angelangt“, sagte der Leiter der Kirchenverwaltung und Finanzdezernent Heinz Thomas Striegler.

Die Kirchenleitung müsse überlegen, wie sie damit in den nächsten Jahren umgehe. Es gebe aber auch positive Signale: So seien im Haushalt des laufenden Jahres Kirchensteuereinnahmen von 360 Millionen Euro erwartet worden, wegen der besseren Konjunktur gehe er jetzt aber von 420 Millionen Euro aus, sagte Striegler.

Der Präses des Kirchenparlaments, Ulrich Oelschläger, sagte, die Kirchenleitung müsse ein Konzept zu den Prioritäten bei den Ausgaben vorlegen. Darüber müsse dann die Synode entscheiden. Angesichts der Kritik der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di an der Bezahlung der kirchlichen Erzieherinnen sagte Kirchenpräsident Volker Jung: „Die Bezahlung liegt nicht hinter der der Kommunen zurück.“ Er betonte, dass die EKHN im kommenden Jahr für die Kindertagesstätten und -krippen 35 Millionen Euro ausgebe - eine Million mehr als im laufenden Jahr.

Dies sei der „einzige Bereich, der von Kürzungen ausgenommen ist“. Striegler hob hervor, dass das Verhältnis Erzieherinnen zu Zahl der Gruppen in den evangelischen Kindergärten besser sei als staatlich vorgeschrieben. (dpa)

Quelle: HNA

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