Ex-Ministerin Lautenschläger wechselt zu Krankenkasse

Wiesbaden. Hessens frühere Gesundheitsministerin Silke Lautenschläger (CDU) wechselt in den Vorstand der privaten Krankenversicherung DKV. Dort werde sie zum 1. Januar 2011 das Ressort Leistung und Versorgung übernehmen, teilte die 42-Jährige am Donnerstag in Wiesbaden mit.

Ihr Landtagsmandat legte sie mit Ende der Plenarsitzung am Donnerstagabend nieder. Die DKV bestätigte, dass Lautenschläger eines von fünf Mitgliedern im Vorstand wird. Lautenschläger war von 2001 bis 2009 hessische Sozialministerin, dann wechselte sie ins Umweltressort. Mit dem Rücktritt von Ministerpräsident Roland Koch (CDU) war sie Ende August ebenfalls aus der Regierung ausgeschieden.

Die Juristin aus dem Odenwald hatte damals erklärt, sie strebe einen Wechsel in die Wirtschaft an. Der hessische CDU-Fraktionschef Christean Wagner lobte Lautenschlägers Verdienste in der Gesundheitspolitik. Sie habe auf Bundesebene am Unionskonzept zur Gesundheitsreform mitgearbeitet und in der sogenannten Herzog-Kommission zur Reform der deutschen Sozialversicherungen. Die SPD kritisierte den Wechsel, der aber eine „innere Logik“ habe.

„Frau Lautenschläger stand als Sozialministerin für eine Schwächung der öffentlichen und für eine Stärkung der privaten Daseinsvorsorge - künftig kann sie das ungebremst ausleben“, sagte der Abgeordnete Thomas Spies. „Silke Lautenschläger hat sich immer gerühmt, an den Verhandlungen zur vorletzten Gesundheitsreform beteiligt gewesen zu sein“, erklärte die Grünen-Abgeordnete Kordula Schulz-Asche.

Nun verletze sie die dreijährige Karenzzeit, die beim Wechsel eines Landesministers in die Wirtschaft gelten sollte. Der frühere Regierungschef Koch sucht nach seinem Rückzug aus der Politik ebenfalls einen Job in der Wirtschaft. Lautenschlägers Nachfolger im Landtag für den Wahlkreis Darmstadt-Dieburg II wird Manfred Pentz (CDU).

Quelle: HNA

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