Fall Gäfgen: Keine Ermittlungen gegen Folter-Mitwisser Nedela

Frankfurt. Als Mitinitiator der Folterdrohungen gegen den Entführer und Kindermörder Magnus Gäfgen muss der frühere hessische LKA-Chef Norbert Nedela keine strafrechtlichen Konsequenzen fürchten.

Die möglichen Vorwürfe der Nötigung seien verjährt, erklärte am Freitag die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt, Doris Möller-Scheu. Man werde daher kein Ermittlungsverfahren gegen Nedela einleiten.

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Achteinhalb Jahre nach der umstrittenen Gewaltdrohung im Entführungsfall Jakob von Metzler hatte der frühere Frankfurter Polizei-Vizepräsident Wolfgang Daschner am Donnerstag Nedela als seinen Mitwisser und Ratgeber im hessischen Innenministerium genannt. Er sei von Beginn der Entführung an sein ständiger Kontaktmann im Ministerium gewesen. Nedela habe seine Strategie, dem leugnenden Gäfgen Gewalt anzudrohen, befürwortet mit den Worten „Instrumente zeigen“. Es sei darum gegangen, das entführte Kind aus akuter Lebensgefahr zu retten. Der elf Jahre alte Jakob konnte allerdings nur noch tot aus einem See in Osthessen geborgen werden.

Zum damaligen Innenminister und heutigen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) habe er damals keinen direkten Kontakt gehabt, sagte Daschner vor dem Frankfurter Landgericht als Zeuge aus. Der mittlerweile in die Privatwirtschaft gewechselte damalige Staatssekretär Udo Corts (CDU) sei von Nedela wohl nur kursorisch im Nachhinein informiert worden. (dpa)

Quelle: HNA

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