Fall Horst Arnold: Plädoyers im Prozess um Vergewaltigungslüge erwartet

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Mittlerweile verstorbener Lehrer Horst Arnold (rechts im Bild): Am Montag soll sich vor Gericht klären, ob sich seine frühere Kollegin wegen Freiheitsberaubung verantworten muss. Sie soll ihn der Vergewaltigung bezichtigt haben.

Darmstadt/Kassel. Der Prozess um eine möglicherweise erfundene Vergewaltigung einer Lehrerin geht in die letzte Runde: Für Montag werden vor dem Darmstädter Landgericht die Plädoyers erwartet. In dem Verfahren muss sich eine ehemalige Lehrerin wegen des Vorwurfs der Freiheitsberaubung verantworten.

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Sie soll vor zwölf Jahren einen Kollegen, Horst Arnold, fälschlich der Vergewaltigung bezichtigt haben. Der aus dem Saarland stammende Mann saß fünf Jahre im Gefängnis. Das Landgericht Kassel hatte ihn 2011 in einem Wiederaufnahmeverfahren von dem Vorwurf freigesprochen. Doch auch nach dem Freispruch in Kassel im Juli 2011 fand der Lehrer nicht mehr in sein altes Leben zurück, fand keinen Job mehr, lebte von Hartz IV. Fast genau ein Jahr nach dem Freispruch starb er Ende Juni 2012.

Die Suche nach der ganzen Wahrheit könnte in Darmstadt schwierig werden, so stellte sich die Situation vor Prozessbeginn dar. „Der Hauptbelastungszeuge lebt ja nicht mehr“, beschrieb der Sprecher der Staatsanwaltschaft Darmstadt, Sebastian Zwiebel, damals die Lage. (lhe/rpp)

Archiv-Video:  Freispruch nach fünf Jahren im Gefängnis

Quelle: HNA

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