Bauprojekt Airrail-Center am Frankfurter Flughafen schreitet voran - Nun „The Squaire“

Fassade für den Koloss

Arbeiten am Giganten: Die letzten gläsernen Fassadenelemente wurden am Airrailcenter am Frankfurter Flughafen eingesetzt. Das 660 Meter lange Gebäude bekam auch einen neuen Namen: „The Squaire“. Foto: dpa

Frankfurt. Fraport-Chef Stefan Schulte gesteht es neidlos: „The Squaire“ auf dem Dach des ICE-Bahnhofs am Frankfurter Flughafen ist ein neuer Hingucker“, der den Flughafen selbst zurücktreten lasse. Ganz so schlimm ist das für Schulte allerdings nicht, denn die Fraport AG ist zu drei Prozent beteiligt an der Eigentümergesellschaft, die restlichen 97 Prozent stellt die in Köln ansässige IVG Immobilien AG.

Jetzt wurde das letzte von über 16 000 Fassadenelementen des 660 Meter langen, 65 Meter breiten und 45 Meter hohen Gebäudes eingebaut. Die gläserne Kuppel über dem ICE-Bahnhof, bislang schon ein Blickfang, wurde aus Brandschutzgründen erhalten, der Bahnhof durfte anders als geplant nicht komplett überbaut werden.

Bislang firmierte das neunstöckige Gebäude als „Airrail-Center“ und verdeutlichte so die Verbindung von Luft- und Schienenverkehr. Doch weil dieser Name nicht nur mit positiven Nachrichten verbunden wurde - die Kosten stiegen von 660 auf nunmehr 960 Millionen Euro - musste wohl ein neuer her. Ob „The Squaire“, eine Verbindung von square (öffentlicher Platz) und air (Luft), so gelungen ist, ist fraglich. Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) jedenfalls sprach in ihrer Rede von „Platz“ oder schlicht weiter vom in Frankfurt längst eingebürgerten Airrail-Center.

Sprachkritiker entsetzt

Der Sprachkritiker Prof. Horst Dieter Schlosser, Initiator von „Unwort des Jahres“, ist entsetzt über „The Squaire“. Das könne doch keiner aussprechen, schimpfte er gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. „Das muss jemandem unter Einfluss begeisternder Substanzen eingefallen sein.“

Wie Kreuzfahrtschiff

Der Koloss, geplant vom Frankfurter Architekten Helmut Joos, erinnert Vorbeifahrende an ein überdimensioniertes Kreuzfahrtschiff. An Bord bei der Namensgebung war auch Hessens scheidender Ministerpräsident Roland Koch (CDU), der sich dem Vernehmen nach selbst für das Büroangebot interessiert. Der gelernte Wirtschaftsanwalt, der über seine Zukunft bislang schweigt, meinte jedenfalls: „Einer wie ich muss ja im Augenblick überlegen, wo sein Platz ist.“

Von Petra Wettlaufer-Pohl

Quelle: HNA

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