Tag der Organspende

Lebenswichtig: Dennoch fehlen noch immer Organspender

Kassel. Zum Tag der Organspende am Samstag schlagen Mediziner, Krankenkassen und die Stiftung Organtransplantation Alarm: Obwohl die Zahl der Spender in Hessen angestiegen ist, gibt es noch immer viel zu wenig Organe für Transplantationen.

Hessen ist im Bundesvergleich an unterster Stelle. Im Jahr 2008 spendeten hier nur neun Menschen pro eine Million Einwohner Organe, im Bundesschnitt waren es 15. In Hessen wurden nach Berechnungen der Techniker Krankenkasse in den ersten vier Monaten dieses Jahres 104 Organe transplantiert. Auf der Warteliste stehen aber aktuell 854 Hessen.

Informationen:

Bei der BzgA finden Sie alle Informationenzur Spende und dem Spenderausweis

Im vergangenen Jahr wurden in Hessen 218 Organe gespendet, immerhin 53 mehr als im Jahr davor. „Manche Patienten sterben, weil kein Organ rechtzeitig zur Verfügung steht“, erklärte TK-Sprecherin Jana Flommersfeld. Der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, forderte Transplantationsbeauftragte für alle deutschen Krankenhäuser. Hier ist Hessen allerdings gut im Spiel. Bereits seit mehreren Jahren gibt es solche Beauftragte an allen Krankenhäusern mit Intensivbetten.

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Der Chef wusste Bescheid

Sie sind unmittelbar der ärztlichen Leitung unterstellt und müssen regelmäßig über die Entwicklung der Organspende berichten. Organe werden nach dem Hirntod des Spenders entnommen, den zuvor zwei Ärzte festgestellt haben müssen. Bei Nieren und Leber gibt es auch Lebendspenden. Bundesweit gibt es eine Zustimmungsregel, die besagt, dass nur solchen Personen Organe entnommen werden dürfen, die vorher ausdrücklich zugestimmt haben.

Sie bekommen einen Spenderausweis. Noch immer ist die Zahl der Inhaber solcher Spenderausweise zu gering. Nach Angaben der Apothekerkammer kann in den Ausweisen die Spendenbereitschaft sowohl generell erteilt als auch auf bestimmte Organe beschränkt werden.

Von Peter Klebe

Die Daten über transplantierte Organe werden in der Vermittlungsstelle Eurotransplant(ET) im niederländischen Leiden verwaltet. Sie werden von den Transplantationszentren dorthin gemeldet. In Leiden gibt es gemeinsame Wartelisten der ET-Mitgliedsländer Deutschland, Niederlande, Belgien, Luxemburg, Österreich und Slowenien.

Durch diese länderübergreifende Zusammenarbeit soll in dringenden Fällen möglichst schnell ein lebensrettendes Organ gefunden werden. Allerdings können nicht alle Patienten, die ein neues Organ benötigen, auf eine Warteliste aufgenommen werden. Ist das Risiko zu hoch oder die Erfolgsaussicht zu schlecht, wird ein Eingriff nicht vorgenommen. Ärzte sind verpflichtet, Gründe für oder gegen die Aufnahme in die Warteliste zu benennen. (kle)

Quelle: HNA

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