Zu früh aufgehängt: Wahlplakate wieder verhüllt

Kassel/Gießen/Wiesbaden. Wahlwerbung in Schwarz: Weil ein Unternehmen in Gießen zahlreiche Plakatwände für die Bundes- und Landtagswahl zu früh aufgestellt hat, müssen sie dunkel verhüllt werden. In anderen Städten werden die Plakate für einige Tage wieder abgebaut.

Zu früh geworben: In mehreren Kommunen Hessens müssen Wahlplakate verhüllt oder für einige Tage wieder abgebaut werden, weil sie zu früh aufgestellt wurden. Der Straßenwahlkampf wird vielerorts traditionell erst rund sechs Wochen vor der Wahl eröffnet, also am kommenden Montag (12. August). Die Stadt Gießen erlaubt die Plakate bereits ab Samstag (10. August).

Bis dahin wurden in der mittelhessischen Universitätsstadt aber mehrere nach dem Bochumer Unternehmen „Wesselmänner“ genannten Großplakate von CDU und FDP verhüllt. Die rund 50 Plakatwände waren bereits am Montag aufgestellt worden, sagte die stellvertretende Leiterin des Gießener Ordnungsamts, Eva Salzmann. „Deshalb mussten wir entscheiden: entfernen oder zunächst verhüllen?“ Das war der CDU im Kreis Groß-Gerau zu unsicher, sie ließ die 3,60 mal 2,60 Meter großen Plakate in Gernsheim und Crumstadt vorsichtshalber wieder abbauen, wie CDU-Kreis-Geschäftsführer Thorsten Weber sagte. „Das Risiko war uns zu groß, das die Plane wegfliegt.“ Allerdings waren dies auch deutlich weniger Plakatwände.

In Frankfurt trifft es die SPD mit Plakaten auf Dreiecksständern, die die Spitzenkandidaten für Bundes- und Landtagswahl, Peer Steinbrück und Thorsten Schäfer-Gümbel, zeigen. Die SPD bemühte sich am Donnerstag, den Abbau der am Tag zuvor aufgestellten Plakate zu organisieren, wie Parteisprecher Andreas Heusinger von Waldegge sagte, nachdem sie von dem Grün geführten Verkehrsdezernat darauf hingewiesen worden war. In Kassel sind viele Bäume in der Stadt schon seit geraumer Zeit mit Plakaten der beiden großen Parteien CDU und SPD gepflastert - dafür bezahlen beide Gebühren. Denn in der nordhessischen Großstadt dürfen das ganze Jahr über Wahlplakate aufgestellt werden, allerdings ist diese nur in den acht Wochen vor einer Wahl kostenfrei. Diese haben allerdings nichts direkt mit den Wahlen zu tun.

Es sind Dankes-Botschaften für den erfolgreichen Hessentag sowie für das Welterbe der Wasserspiele und des Herkules im Bergpark Wilhelmshöhe. In Nauheim im Kreis Groß-Gerau gibt es aber auch Streit um die sogenannten Wesselmänner: Die Plakatsatzung erlaube diese Großplakate in der Gemeinde nicht, die CDU habe aber mit Hessen Mobil, der landeseigenen Straßen- und Verkehrsbehörde, vereinbart, auf deren Grundstücken an der Landstraße solche Plakatwände aufstellen zu dürfen - und sich damit Ärger bei anderen Parteien eingehandelt. (lhe)

Quelle: HNA

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