Untrennbar mit CDU-Schwarzgeldaffäre verbunden

Früherer CDU-Schatzmeister Wittgenstein tot

Wiesbaden. Bundesweit bekannt wurde er durch seine Rolle in der Schwarzgeldaffäre der Hessen-CDU: Nun ist der frühere langjährige Landesschatzmeister Casimir Prinz zu Sayn-Wittgenstein im Alter von 93 Jahren gestorben.

Wie aus der Todesanzeige der Familie hervorgeht, starb Wittgenstein bereits am vergangenen Sonntag.

Die Schwarzgeldaffäre hatte vor zehn Jahren einen politischen Skandal ausgelöst. Aus einer illegalen Parteikasse in der Schweiz waren von Ende 1983 bis Anfang 2000 Millionenbeträge, getarnt unter anderem als angebliche jüdische Vermächtnisse, zurück nach Deutschland geflossen. Die Partei setzte sie dann beispielsweise für Wahlkämpfe ein.

Wittgenstein war von 1976 bis 1998 Schatzmeister des CDU-Landesverbandes. Für seine Rolle in der Schwarzgeldaffäre wurde er aber nie verurteilt. Das Verfahren gegen ihn setzte das Landgericht Wiesbaden zunächst aus gesundheitlichen Gründen aus und stellte es Ende 2005 ganz ein. Wittgenstein war zusammen mit dem früheren Bundesinnenminister Manfred Kanther (CDU) und dem ehemaligen Unions- Finanzberater Horst Weyrauch angeklagt. Kanther und Weyrauch wurden 2007 zu fünfstelligen Geldstrafen verurteilt. Die Schwarzgeldaffäre kostete die CDU den Verlust von rund 21 Millionen Euro staatlicher Zuschüsse.

Für diesen Samstag ist ein Trauergottesdienst in einer Hamburger Kirche geplant. Begraben werden soll Wittgenstein dann im Kreis der Familie und engsten Freunden im oberhessischen Hungen (Landkreis Gießen). (dpa)

Quelle: HNA

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