Mammut-Prozess um Betrug an Krebskranken

Galavit: Neue Runde zum BGH

Kassel. Auch Juristen sprechen von einem ungewöhnlichen Vorgang: Drei der vier am 17. Februar in der Neuauflage des Kasseler Galavit-Prozesses Verurteilten haben Rechtsmittel eingelegt und wollen zum zweiten Mal vor den Bundesgerichtshof (BGH). Dort war der Bandenbetrug mit dem angeblichen Krebsmittel Galavit an 132 Schwerstkranken schon nach dem ersten Urteil im Sommer 2008. Die erste Revision hatte dazu geführt, dass die Haftstrafen vor dem Kasseler Landgericht für die vier Betrüger nun deutlich gesenkt wurden.

Rechtskräftig werden lassen hat diese ermäßigte Strafe aber nur der Kopf der Bande: Falko D. (66) sitzt seit Ende 2005 in U-Haft. Jetzt wurde er nur noch zu fünfeinhalb statt gut sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Er könnte demnächst die Aussetzung des Strafrests zur Bewährung beantragen. Zwei Kaufleute und ein Journalist, die trotz „Haftrabatt“ erneut Rechtsmittel eingelegt haben, könnten so verhindern, selbst als Zeugen auftreten zu müssen: im Prozess gegen das fünfte Bandenmitglied, den Arzt Eike R. (67). Dessen Verfahren wurde abgetrennt, nachdem er sich wegen Depressionen verhandlungsunfähig gemeldet hatte. (wrk)

Quelle: HNA

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