Verschneite Äste können abbrechen - Forst erwägt, ganze Waldgebiete zu sperren

Gefahr im Winterwald

Wildromantisch: Die hessischen Wälder sind tief verschneit. Das birgt allerdings auch Gefahren für Wanderer, da die durch den Schnee schweren Äste abbrechen können. Unser Bild entstand auf dem Meißner. Foto: dpa

Kassel. Der tief verschneite Wald ist in diesen Wintertagen romantisch anzusehen, doch er birgt auch erhebliche Gefahren für Spaziergänger und Wintersportler. Durch den starken Schneefall der vergangenen Tage sind viele Äste so schwer geworden, dass sie abbrechen können. Die Forstverwaltung überlegt deshalb, besonders gefährdete Waldgebiete komplett für Besucher zu sperren.

Die Förster prüfen in ihren Revieren nach Angaben von Dr. Horst Gossenauer-Marohn, Pressesprecher beim Landesbetrieb Hessen-Forst in Kassel, seit Tagen den Zustand der Bäume und Äste. Bereits ab dem heutigen Samstag könnten auf dem Meißner oder auch im Upland Waldstücke dichtgemacht werden. Tiefer gelegene Gebiete sind zurzeit noch nicht betroffen. Die Entscheidung, was wann gesperrt wird, treffen die zuständigen Forstämter.

Flatterband an den Wegen

Die betroffenen Gebiete werden mit Flatterband abgesperrt. Zusätzlich weisen Schilder auf die Gefahren hin. Die Sperrbänder seien, so Marohn, allerdings nur an den Hauptwegen. Jeder der vielen Nebenwege könne nicht berücksichtigt werden. Auch Wege und Zufahrten zu Loipen könnten bei Bedarf gesperrt werden.

Zusätzliches Personal für die Kontrolle des Verbotes gibt es nicht. Hessen-Forst setzt in erster Linie auf die Einsicht der Waldbesucher. Äste seien nicht nur verschneit, sondern auch von innen gefroren. Marohn: „Die sausen wie Torpedos in die Tiefe.“ Wanderer hätten dann kaum eine Chance auszuweichen und riskierten Verletzungen.

Betreten auf eigenes Risiko

Wanderer, die in gesperrten Bereichen von Förstern angetroffen werden, können nach dem Forstrecht aus den Gebieten verwiesen werden. Wichtiger sei jedoch, sie vor Ort auf die Gefahren und die Rechtslage hinzuweisen. Das Sperren der Wälder liege im so genannten „pflichtgemäßen Ermessen“. Grundsätzlich betrete jeder Bürger den Wald auf eigene Gefahr. Das gelte allerdings immer und zu allen Jahreszeiten, erklärte Marohn weiter.

Am Freitag waren Forstbeamte mit Mitarbeitern der Straßenbauverwaltung auf Straßen in Höhenlagen unterwegs, um die Bäume zu kontrollieren. Dabei wird entschieden, ob Straßen gesperrt oder Bäume, von denen Gefahren ausgehen, gefällt werden. An den Straßen werde jeder einzelne Baum überprüft. In den nächsten Tagen könne es abhängig von der Schneelage zu Sperrungen kommen.

Das Betreten ganzer Waldgebiete war zuletzt beim Sturm Kyrill im Januar 2007 verboten. Damals waren viele Bäume umgestürzt oder drohten abzuknicken.

Von Peter Klebe

Quelle: HNA

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