Gericht: K+S darf Salzabwässer weiter versenken

Kassel. Der Kasseler Düngemittelhersteller K+S darf zunächst weiter Salzabwässer im Boden versenken. Die klagende thüringische Gemeinde Gerstungen hat keinen Anspruch auf ein Einschreiten der Wasserbehörde gegen das Versenken im hessischen Gebiet Eichhorst/Bodesruh.

Das hat Hessens Verwaltungsgerichtshof in Kassel in einem am Freitag veröffentlichten Beschluss entschieden (Az: 7 B 1704/10.). Die klagende Gemeinde Gerstungen befürchtet, dass das auf hessischem Gebiet versenkte Abwasser das Trinkwasser in Thüringen beeinträchtigt.

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Dies sei nicht zu erwarten, befanden die Verwaltungsrichter. Zuvor hatte auch das Verwaltungsgericht Kassel den Eilantrag der Gemeinde abgelehnt. Die Erlaubnis zum Versenken war K+S vor vier Jahren erteilt worden, sie läuft Ende November 2011 aus. „Wir werden rechtzeitig eine neue Genehmigung beantragen“, sagte ein K+S-Sprecher der Nachrichtenagentur dpa.

Die Richter befanden, eine unmittelbar bevorstehende Beeinträchtigung der Trinkwassergewinnung sei nicht zu erkennen. Das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie sei zu dem Ergebnis gekommen, dass bis zum Auslaufen der Versenkungserlaubnis Ende 2011 eine Gefährdung der Trinkwassergewinnung nicht zu befürchten sei. Danach muss die Lage neu beurteilt werden. Rechtsmittel gegen den Beschluss wurden nicht zugelassen. (lhe)

Quelle: HNA

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