Glutnester in Kraftwerk: Aktivisten zeigen RP an

Großkrotzenburg/Hanau. Nach einem Zwischenfall im Kohlelager des Kraftwerks Staudinger hat eine Bürgerinitiative Strafanzeige gegen den Darmstädter Regierungspräsidenten Johannes Baron erstattet.

Die bei der Staatsanwaltschaft Hanau gestellte Anzeige richte sich auch gegen den Kraftwerksbetreiber Eon und den Katastrophenschutz des Main-Kinzig-Kreise, berichtete die Bürgerinitiative „Stopp Staudinger“ am Montag. Die Umweltaktivisten hätten sich zu dem Schritt veranlasst gesehen, weil es versäumt worden sei, ein Betriebsverbot des Kohlelagers zu verhängen.

Eon hatte vor einigen Tagen eingeräumt, dass sich aufgrund der starken, anhaltenden Hitze im Kohlelager Glutnester gebildet hätten. Mehrere Familien im benachbarten Großauheim hatten danach über beißenden Gestank und Kohlenstaub geklagt.

Die Feuerwehr habe Schadstoffmessungen gemacht, allerdings keine bedenklichen Werte festgestellt, hatte Eon danach auf Anfrage mitgeteilt. Die Bürgerinitiative ist der Meinung, das Kohlelager genüge nicht den Anforderungen eines vorbeugenden Brandschutzes.

„Da weltweit bisher keine Kenntnisse über solch gigantische, geschlossene Kreislager existieren, dürften die Menschen in der Nachbarschaft nicht zu Versuchskaninchen für gefährliche Eon-Experimente degradiert werden“, kritisierte Sprecher Winfried Schwab-Posselt. Das Sicherheitsmanagement des Betreibers zeige gravierende Mängel. Versäumnisse liegen nach Auffassung der Umweltaktivisten auch beim Katastrophenschutz und der Feuerwehr vor, die unprofessionell auf diese Vorfälle reagiert hätten. Seit mehr als drei Jahren warne die Bürgerinitiative vor Brandgefahren durch Selbstentzündung.

Die Bürgerinitiative kritisierte auch den Kraftwerksbetreiber Eon wegen seiner „ungenügenden Informationspolitik“. „Hier wird nach dem bekannten Motto Bedauern und Mauern gehandelt. Wer wie die Werksleitung angesichts der Glutnester lediglich von schwitzender Kohle spreche, die in diesen extrem heißen Sommertagen ausdünste, der hat kein wirkliches Interesse an Aufklärung und effektiver Gefahrenabwehr“, klagte Schwab-Posselt.  (lhe)

Quelle: HNA

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