Grünes Licht für Erdkabel: Bundesrat macht Weg für Leitung Wahle-Mecklar frei

Berlin. Der Bundesrat hat den Weg frei gemacht für vier Erdkabel-Projekte beim notwendigen Bau von neuen Stromautobahnen. Mit einer Änderung des Energieleitungsausbaugesetzes (EnLAG) wurden am Freitag die Planungs- und Genehmigungsverfahren vereinfacht.

Damit sollen Erfahrungen mit der Erdkabel-Technologie auf der Höchstspannungsebene gesammelt werden. Da es vielerorts massive Widerstände von Bürgern gegen 380-Kilovolt-Leitungen gibt, werden Erdkabel als Alternative erwogen. Diese sind allerdings doppelt bis zehnmal so teuer wie Freileitungen.

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In Deutschland sind wegen des Ökoenergie-Ausbaus nach Angaben der Deutschen Energiegagentur (dena) bis 2020 rund 3600 Kilometer an neuen Stromautobahnen notwendig. Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) sieht in der Abstimmung ein wichtiges Signal an die Netzgesellschaften, zügig mit dem Netzausbau zu beginnen. „Die gesetzliche Klarstellung ist erfolgt“, sagte McAllister. Zudem seien die wesentlichen Anwendungsprobleme beseitigt. „Jetzt kann der Netzausbau auf den Pilottrassen in Niedersachsen mit Hilfe der Teilverkabelung voran gebracht werden.“ Der Ausbau der Höchstspannungsnetze sei wesentliche Vorraussetzung für eine nachhaltige Energieversorgung.

Die Pilotprojekte sind die Leitungen Ganderkesee - St. Hülfe; Diele - Niederrhein (beide Niedersachsen); Leitung Wahle - Mecklar (Hessen) sowie Altenfeld - Redwitz (Bayern).

Auch Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) begrüßte den Beschluss: „Wer die Klimaschutzziele erreichen will, muss dafür sorgen, dass der Strom aus Erneuerbaren Energien bei den Verbrauchern ankommt“. Mit Erdkabeln solle der Netzausbau für die Betroffenen vor Ort schonender gestaltet werden, sagte Brüderle. Zugleich gelte es aber auch, die Wirtschaftlichkeit nicht aus den Augen zu verlieren. (dpa)

Quelle: HNA

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