Haftstrafe nach Totschlag vor 17 Jahren

Frankfurt. Mehr als 17 Jahre nach dem gewaltsamen Tod eines Koblenzer Beamten im Taunus hat das Frankfurter Landgericht am Freitag einen 43 Jahre alten Techniker wegen Totschlags verurteilt.

Elf Jahre Haft verhängten die Richter gegen den Mann, der aufgrund von DNA-Spuren in den USA aufgespürt und im Juli 2009 festgenommen und ausgeliefert worden war. Nach Überzeugung der Schwurgerichtskammer hatte er am Nachmittag des Pfingstmontags 1993 in einem Waldstück bei Oberursel den damals 51 Jahre alten Beamten mit einer Krawatte erdrosselt und ihn danach beraubt. Geldbörse, Uhr und einen Ring nahm er mit. Mit der Scheckkarte des Opfers waren kurz nach der Tat größere Beträge am Geldautomaten abgehoben worden.

Das Motiv für die Tat blieb auch im Prozess unklar. Hintergrund des Treffens im Wald könne ein geplatztes Kreditgeschäft gewesen sein, meinte das Gericht. Beide Männer steckten in finanziellen Schwierigkeiten. Als völlig unglaubwürdig wiesen die Richter die Aussage des Angeklagten zurück. Danach soll der Regierungsamtmann während eines gemeinsamen Familienspaziergangs seine kurze Abwesenheit ausgenutzt haben, seine Ehefrau anzugreifen. Deshalb habe er in Notwehr gehandelt.

Die Polizei ermittelte den Mann anhand von Speichelproben seiner Eltern, die zu den Spuren an der Krawatte des Opfers passten. (lhe)

Quelle: HNA

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