Vermehrung von Mäusen sorgt für Ausbreitung der Infektion - Keine Übertragung von Mensch zu Mensch

Hantavirus: Zahl der Kranken steigt

KASSEL. Das Hantavirus, das zu hohem Fieber, Kopf,- Bauch- und Rückenschmerzen führen kann, ist in Hessen auf dem Vormarsch. Nach einer Erhebung der Techniker Krankenkasse haben sich allein in der Zeit von Januar bis Juli 83 Menschen mit dem Virus infiziert. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2008 wurden nur vier Infektionen gemeldet.

Grund ist nach Angaben von Denise Jacoby, Pressereferentin der Kasse, eine massenhafte Vermehrung von Mäusen, die das Virus übertragen können. Menschen können sich anstecken, wenn sie virushaltigen Staub einatmen.

In diesem Jahr gebe es besonders viele Mäuse. Grund sei, dass der vergangene strenge Winter mit einer festen Schneedecke die Tiere vor Frost und Feinden geschützt habe und dadurch viele die kalte Jahreszeit überlebt hätten. Außerdem fänden sie durch Bucheckern reichlich Nahrung.

Gefahr droht überall, wo sich Mäuse aufhalten - etwa in Kellern, Schuppen oder auf Dachböden. Allerdings trage längst nicht jede Maus das Virus in sich. Mit einfachen Hygienemaßnahmen lässt sich das Ansteckungsrisiko mindern. So sollten Keller, Dachböden und Schuppen gründlich gelüftet werden, rät die TK.

Kreis Fulda an Spitze

Die meisten Infektionen wurden mit 17 im Landkreis Fulda gemeldet. An zweiter Stelle stehe der Main-Kinzig-Kreis mit 12 Infektionen, elf Fälle gebe es im Landkreis Gießen, acht im Wetteraukreis und sieben im Vogelsbergkreis, so die Krankenkasse. In Nordhessen gibt es weniger Fälle (siehe Hintergrund).

Die Viren sind nach einem Fluss in Korea benannt. Während des Koreakriegs in den 50er Jahren erkrankten Tausende UN-Soldaten an der Infektion. Von Mensch zu Mensch ist das Virus nicht übertragbar. Bundesweit gab es bis Ende Juli 1148 gemeldete Erkrankungen, nur 25 Fälle waren es im ersten Halbjahr des Jahres 2009. (lhe/kle)

Quelle: HNA

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