Hessen will Ärzte mit 50.000 Euro aufs Land locken

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Wiesbaden. Mit bis zu 50.000 Euro Prämie sollen in Hessen Ärzte auf das Land gelockt werden. Um diese Fördersumme für eine Praxis zu erhalten, müssen die Mediziner aber mindestens fünf Jahre in einem unterversorgten Gebiet praktizieren.

Dies ist Inhalt einer Vereinbarung, die Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) und Vertreter der Krankenkassen sowie der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) am Dienstag in Wiesbaden unterzeichneten.

Die Initiative soll dem Mangel an Ärzten in ländlichen Gebieten entgegenwirken. In dem Programm stellen das Land, die Kassen und die KV von 2012 bis 2014 jeweils 200.000 Euro zur Verfügung. Insgesamt geht es damit in den drei Jahren um einen Betrag von 1,8 Millionen Euro. Das Geld für den Kauf einer Praxis oder deren Einrichtung muss nicht zurückgezahlt werden.

"Natürlich ist das auch eine Lockprämie", räumte Minister Grüttner ein. Aber mit dem regionalen Engagement könnten die Ärzte die gesundheitliche Versorgung langfristig sichern und den Menschen ein verlässlicher Ansprechpartner sein. Der Vorsitzende der KV Hessen, Frank-Rüdiger Zimmeck, sagte: "Die Versorgung mit Ärzten auf dem Land ist ernsthaft gefährdet." Deshalb reagierten die Vertragsparteien jetzt, damit uns die Probleme später nicht überrollen."

Grüttner verwies darauf, dass zwei Drittel der rund 4000 Hausärzte in Hessen 50 Jahre und älter seien. Es sei im ländlichen Raum schwierig, solche Praxen wiederzubesetzen. Da Ärzte sich ihren Sitz frei wählen könnten, gingen sie am liebsten in die Ballungszentren. Im Odenwaldkreis gebe es beispielsweise keinen Augenarzt mehr, ergänzte Zimmeck.

Wenn Haus- oder Fachärzte gefördert werden wollen, müssen die Niederlassungsorte bestimmte Kriterien erfüllen. Dazu gehört nach Ministeriumsangaben etwa ein hohes Durchschnittsalter der Bevölkerung oder eine geringe Arztdichte. Die Partner der Vereinbarung haben sieben Landkreise ausgemacht, in denen durchschnittlich weniger als 160 Einwohner auf einem Quadratkilometer leben. Dies sind von Nord nach Süd: Werra-Meißner-Kreis, Kreis Waldeck-Frankenberg, Schwalm-Eder-Kreis, Kreis Hersfeld-Rotenburg, Vogelsbergkreis, Landkreis Fulda und Odenwaldkreis. (dpa)

Quelle: HNA

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