Umfragewerte schrecken Schwarz-Gelb auf

Hessens Regierung: Querelen im Bund sind Schuld an schlechtem Image

Wiesbaden. Die hessische Landesregierung sieht die Ursache für ihre schlechten Umfragewerte in den Streitereien der schwarz-gelben Koalition im Bund. „Die Querelen in den vergangenen Monaten waren auch für Hessen nicht gut, obwohl hier CDU und FDP vorbildlich zusammenarbeiten.“

Das sagte CDU-Generalsekretär Peter Beuth am Samstag laut Mitteilung. „Die Umfragewerte haben nichts mit der Politik der Landesregierung zu tun, sondern sind ein Zeugnis für die Regierungsparteien in Berlin“, sagte der FDP-Landesvorsitzende Jörg-Uwe Hahn.

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Beuth mahnte außerdem an: „Wir müssen als Union insgesamt aber ein besseres Bild in der Öffentlichkeit zeigen. Dafür bietet der kommende Bundesparteitag eine gute Gelegenheit.“ Bei einer Landtagswahl würden derzeit SPD und Grüne mit rund 52 Prozent der Stimmen gemeinsam die Mehrheit erhalten.

Das ergab eine repräsentative Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und den Sender Hitradio FFH. Die rund 1000 telefonisch Befragten wählten den Grünen-Chef Tarek Al- Wazir zum beliebtesten hessischen Politiker, gefolgt von SPD-Landes- und Fraktionschef Thorsten Schäfer-Gümbel. Auf dem geteilten dritten Rang landeten Hahn und Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU).

„Volker Bouffier genießt in der Partei und in der Öffentlichkeit großes Ansehen“, stärkte Beuth Bouffier den Rücken. Auf die Frage, wen man als Landesvater bevorzuge, hatten sich 37 Prozent für Bouffier (Schäfer-Gümbel: 32) ausgesprochen. Beuth: „Die Umfrage hat gezeigt, dass er der Wunsch-Ministerpräsident der Hessen ist.“

Im Vergleich zu den Wahlergebnissen 2009 stürzt die FDP in der Erhebung von 16,2 auf 5 Prozent ab. Hessens CDU verliert gut fünf Prozentpunkte und fiel auf 32 Prozent. Die Grünen liegen im bundesweiten Trend und machen in Hessen mit 23 Prozent fast zehn Prozentpunkte gut. Wenn am Sonntag Landtagswahl wäre, könnte die SPD ihr Ergebnis von 23,7 Prozent auf 29 Prozent steigern.

Dagegen würde die Linke an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Die Grünen freuten sich in einer Mitteilung „über diesen höchsten jemals gemessenen Grad an Zustimmung“. Er sei „neben dem spürbaren bundespolitischen Rückenwind Ergebnis unserer Konzentration auf Inhalte und Konzepte. Wir werden deshalb nicht übermütig, sondern setzen diese an der Sache orientierte Politik konsequent fort“, erklärte Kai Klose, der politische Geschäftsführer der Partei, dazu.

Auch die SPD zeigte sich zufrieden mit ihrem Stimmenplus und sieht sich auf dem richtigen Weg: „Die SPD hat die schwerste Krise in ihrer Geschichte überwunden“, sagte SPD-Generalsekretär Michael Roth einer Mitteilung zufolge. „Das ermutigt uns, aber es bleibt viel zu tun.“ (dpa)

Quelle: HNA

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