Hessischer Arzt kassiert Verweis wegen Kopftuchverbots in Praxis

Wächtersbach. Kopftuchverbot in einer Praxis: Ein Arzt aus dem Wächtersbach stellte für die Behandlung muslimischer Patienten eigene „Spielregeln“ auf. Er erntete einen Sturm der Entrüstung - und nun noch eine Strafe der Kassenärztlichen Vereinigung. Aber eine milde.

Wegen des Kopftuchverbots hat der Arzt von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) einen Verweis erhalten. Das sei die zweitmildeste Strafe, die der Disziplinarausschuss verhängen könne, sagte die Sprecherin der KV, Cornelia Kur, am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. Der Allgemeinmediziner musste sich vor dem dreiköpfigen Gremium in Frankfurt verantworten. Der Verweis werde als Konsequenz ins Arztregister eingetragen und bleibe fünf Jahren bestehen. Der Mediziner wollte sich auf Anfrage nicht zum Urteil und den Vorfällen äußern.

Die Gepflogenheiten des Mediziners hatten Anfang September für Aufsehen gesorgt. Der Hausarzt hatte in seiner Praxis im Main-Kinzig- Kreis ein Plakat mit „Spielregeln“ aufgehängt und Kopftücher verboten. Zudem hatte er sich geweigert, Großfamilien zu behandeln und von seinen Patienten Deutsch-Grundkenntnisse verlangt. Dies hatte er mit Problemen bei der Behandlung muslimischer Patienten begründet.

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Der Disziplinarausschuss wertete zugunsten des Arztes, dass er sich für sein Vorgehen öffentlich entschuldigte und Kontakt zum türkisch-islamischen Kulturverein aufnahm. Zudem habe er glaubhaft versichert, dass er nie ernsthaft erwogen habe, einen Patienten nicht zu behandeln. Nur eine Verwarnung, die nicht im Arztregister vermerkt wird, wäre eine noch mildere Strafe des Ausschusses gewesen.

Quelle: HNA

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