Hörerzahlen: FFH bleibt Spitzenreiter, verliert aber deutlich

Kassel. Der private Radiosender FFH bleibt zwar Spitzenreiter in der Gunst der hessischen Radiohörer, hat aber deutlich eingebüßt. Nach der gestern veröffentlichten Media-Analyse schalteten im Durchschnitt 480.000 Hörer pro Stunde FFH ein, das sind 83.000 weniger als im März dieses Jahres. Vor einem Jahr, im Juli 2009, lag die Hörerzahl bei durchschnittlich 499.000 pro Stunde.

Gewinner ist der öffentlich-rechtliche Hessische Rundfunk: Die Popwelle HR3 hörten nach der jüngsten Erhebung 364.000 Männer und Frauen pro Stunde (März 2010: 335.000), HR 4 schalteten 354.000 Hörer ein (März 2010: 320.000). Dazugewonnen haben hr-info (27.000 Hörer, plus 3,8 Prozentpunkte) und hr2-kultur (110.000 Hörer im Tagesschnitt, plus 20.000).

Verloren haben hr 1 (173.000 Hörer, minus 5,5 Prozentpunkte) und You FM (52.000 Hörer, minus 5,5 Prozentpunkte). Alle Sender des HR erreichen werktäglich 2,53 Millionen Hörer. Die Zahlen der FFH-Zusatzprogramme: Der Oldiesender harmony.fm legte um fast 20 Prozentpunkte auf 45.000 Hörer zu, planet-radio verlor einen Prozentpunkt und erreichte 97.000 Hörer.

Die Zahlen errechnen sich nach so genannten Durchschnittsstunden, das ist der Zeitraum von Montag bis Samstag von 6 bis 18 Uhr. Trotz der Verluste sprach das FFH-Team von einem Heimsieg, den es zu feiern gelte. "Nach oben zu kommen, ist leicht, 20 Jahre oben zu bleiben, darauf sind wir stolz", sagte Geschäftsführer und Programmdirektor Hans-Dieter Hillmoth. HR-Intendant Dr. Helmut Reitze äußerte sich nüchterner.

"Trotz aller Sparzwänge gelingt es uns, weiterhin attraktive Programme anzubieten, die in Hessen gern gehört werden."

Hintergrund

Über 4000 Hessen befragt Die Media-Analyse (MA) gibt seit 1972 Aufschluss über die Hörerzahlen der deutschen Radiosender. Für die jüngste Analyse wurden bundesweit über 65.000 Deutsche und Ausländer mit deutschen Sprachkenntnissen ab dem Alter von zehn Jahren befragt, In Hessen waren es über 4000.

Für die Sender hat die Umfrage eine große Bedeutung. Zum einen werden aufgrund der Hörerzahlen die Preise für die Werbespots festgelegt, die für Privatsender die einzige Einnahmequelle sind. Zum anderen gibt die Erhebung Aufschluss darüber, wie das Programm bei den Hörern ankommt. In der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse sind 260 Unternehmen aus der Werbe- und Medienwirtschaft zusammengeschlossen. Die Daten werden zweimal pro Jahr veröffentlicht. (kle)

Quelle: HNA

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