Interview zur Entwicklung auf dem nordhessischen Arbeitsmarkt

Michael Kluger (36), Leiter Mobilität beim Regionalmanagement Nordhessen

Über die Entwicklung auf dem nordhessischen Arbeitsmarkt sprach Peter Klebe mit Michael Kluger vom Regionalmanagement.

Nach Ansicht der Bundesagentur für Arbeit wird der Norden Hessens mittelfristig Probleme auf dem Arbeitsmarkt bekommen. Teilen Sie diese Meinung?

Michael Kluger: Nein, denn die derzeitigen Fakten sprechen für die Region. Die Studie sagt aus, dass die Arbeitslosenquote gesunken ist und die Jobs sicher sind. Sicher dürfen wir uns nicht darauf ausruhen, aber bevor wir über negative Prognosen sprechen, ist das doch ein positives Signal. Gleichwohl ist allen bewusst, dass die Prognosen hinsichtlich des demografischen Wandels kritisch sind, und man bereitet sich daher darauf vor.

Die Arbeitsagentur nennt als Gründe Wegzug von Fachkräften und den demografischen Wandel. Wie ist dem gegenzusteuern?

Kluger: Dem Potenzial an jungen Menschen, Familien und auch Fachkräften müssen die Perspektiven geboten werden, über die die Region verfügt. Allein in den Clustern des Regionalmanagements existiert eine große Anzahl an sowohl soliden als auch innovativen Unternehmen. Diese sind sicher durch die Krise gekommen und verfügen über enorme Wachstumsraten. Diese Perspektiven in zukunftsfähigen Branchen müssen sichtbar gemacht werden.

Im Moment sieht es auf dem Arbeitsmarkt in Nordhessen sehr gut aus. Was kann getan werden, um qualifizierte Leute in die Region zu locken und hier zu binden?

Kluger: Wichtig ist die Verknüpfung von Standort- und Personalmarketing und die gezielte überregionale Vermarktung Nordhessens unter diesem Aspekt. Denn je attraktiver die Region ist und wahrgenommen wird, desto mehr rückt sie in den Fokus als potenzieller Arbeits- und Lebensplatz. In Verbindung mit der 2008 begonnenen Standortkampagne wird das Regionalmanagement die Aktivitäten fortsetzen und gezielt um Aspekte des Personalmarketings ergänzen. Eine Unterstützung seitens der Wirtschaft ist dabei erwünscht und eine gemeinsame Vermarktung des Standortes Nordhessen das Ziel.

Von Peter Klebe

Quelle: HNA

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