Zementwerk soll geschlossen werden

300 Jobs in Wetzlar gefährdet

Protest der Zementwerker vor der Frankfurter Börse. Foto: nh

Wetzlar. Die HeidelbergCement feiert in dieser Woche den Sprung in die Top 30 der börsennotierten Unternehmen Deutschlands und macht gleichzeitig ihr Gewinn machendes Zementwerk in Wetzlar dicht. Nach Berechnungen der Gewerkschaft IG BAU sind rund 100 Arbeitsplätze direkt und weitere 200 im Umfeld des Werkes gefährdet.

Klaus-Dieter Körner, stellvertretender Regionalleiter der Gewerkschaft in Hessen, sagt: „Die Strategie, die dahintersteckt, ist offensichtlich. Der Baustoff Zement soll auf dem Markt künstlich knapp gehalten werden. Nur so bleiben die Preise stabil. Und genau deshalb will die Konzernspitze Wetzlar schließen.“

Vor diesem Hintergrund habe HeidelbergCement offensichtlich auch kein Interesse an einem Verkauf des Zementwerks in Wetzlar. Nach Informationen der IG BAU sind bereits mehrere Kaufinteressenten abgeblitzt.

Die auf der Internetseite von HeidelbergCement nachzulesende „Lobhudelei“, mit der der Konzern den Einsatz seiner Mitarbeiter zur DAX-Notierung würdige, gerate zur Farce. Dort lobt der Konzern seine „solide Basis“, die „nicht zuletzt dank des hohen Engagements und der herausragenden Leistung“ der Mitarbeiter möglich gewesen sei. „Und als Dankeschön gibt’s jetzt die Kündigung“, sagt Klaus-Dieter Körner. Dabei werde Zement in Mittelhessen auf absehbare Zeit dringend gebraucht: Durch den Ausbau der B 49, durch zahlreiche Sanierungs- und Brückenbaumaßnahmen an der A 45 und durch den Ausbau des Frankfurter Flughafens werde die Nachfrage zusätzlich steigen. (jum)

Quelle: HNA

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