Versteigerung gepfändeter Gegenstände nun auch in Hessen per Internet möglich

Justiz macht eBay Konkurrenz

Wiesbaden. Ein VW Phaeton ist bis 20. August im Angebot. Das höchste Gebot eines Interessierten lag am Mittwoch bei 7300 Euro. Der gepfändete Wagen steht zur Versteigerung im Internet an. Wer nicht gleich ein Auto braucht, könnte vielleicht Interesse an einem gebrauchten Computer oder einer Play-Station haben.

Diese und viele andere Gegenstände haben eines gemeinsam: Sie wurden von Gerichtsvollziehern gepfändet und sollen nun über das Internet schnell weiterverkauft werden.

Das Projekt, das es in Nordrhein-Westfalen schon länger gibt, wurde mit einer neuen Verordnung, die vor wenigen Tagen in Kraft trat, möglich. Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) hofft damit, den Erlös aus den Auktionen zu steigern. Schuldner könnten dann schneller von ihren Verbindlichkeiten befreit und Gläubiger besser befriedigt werden.

Bisher wurden gepfändete Gegenstände nur bei öffentlichen Auktionen vor Ort angeboten. Das Ministerium hofft, dass das Internetangebot bald auf großes Interesse stoßen wird. In Nordrhein-Westfalen haben sich die Erlöse nach Einführung der Online-Auktion nahezu verdoppelt, erklärte Dagmar Döring, Sprecherin des hessischen Justizministeriums. In Hessen ist bislang noch nicht statistisch erfasst, wie viel Geld aus der Versteigerung zusammenkommt.

Das Angebot auf der Homepage soll in der nächsten Zeit verstärkt werden. Noch müssten sich die Mitarbeiter mit dem neuen System vertraut machen. Schnäppchen gebe es aber heute schon, meint Hahn.

Hintergrund: So funktioniert die Online-Auktion

Die Online-Versteigerung gepfändeter Gegenstände läuft über die Seite www.Justiz-Auktion.de

Anbieter ist ausschließlich die Justiz. Bieter müssen sich online registrieren. Die Suche lässt sich einschränken auf neue Angebote, bald beendete Auktionen oder Höchstgebote.

Von Peter Klebe

Quelle: HNA

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