Keine Sicherungsverwahrung: Marburg wehrt sich gegen dritten Ex-Häftling

Marburg. Die Stadt Marburg wehrt sich dagegen, einen dritten aus der Sicherungsverwahrung entlassenen Mann aufzunehmen. „Das Maß des Zumutbaren ist überschritten“, sagte Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) laut einer Mitteilung vom Mittwoch.

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Er forderte die Landesregierung auf, „endlich dafür Sorge zu tragen, dass alltagstaugliche Regelungen und Konzepte für die Betreuung der entlassenen Sicherungsverwahrten auf den Tisch kommen“. Das Justizministerium in Wiesbaden wies die Kritik zurück. Die Stadt sei über alle Maßnahmen informiert worden. Bereits Anfang Juli waren zwei aus der Sicherungsverwahrung entlassene ehemalige Gewalttäter in eine betreute Einrichtung der mittelhessischen Stadt gezogen. In einem Rechtsstaat sei zwar das Recht der Menschen auf Sicherheit gleichberechtigt mit dem auf persönliche Freiheit, sagte Vaupel. Mit drei entlassenen Ex-Gewalttätern sei dieses Gleichgewicht in Marburg aber nicht mehr gewahrt. Der Oberbürgermeister kritisierte, dass es kein Konzept für deren Betreuung gebe. „Wir als Kommune werden vor vollendete Tatsachen gestellt und allein gelassen.“

Quelle: HNA

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