„Kinderhasser“ muss in die Psychiatrie

Frankfurt. Er hat im Park Bälle zerstochen, Kinder mit dem Messer bedroht, Eltern beschimpft und sich mit der Polizei angelegt. Der Mann ist schizophren und daher krank, aber auch gefährlich und „nicht bloß ein Spinner, der von der Gesellschaft ertragen werden muss“, befand die Justiz.

Das Landgericht Frankfurt schickte den sogenannten „Kinderhasser vom Grüneburgpark“ daher am Donnerstag dauerhaft in die Psychiatrie. Das Gericht ging davon aus, dass „mit weiteren erheblichen Straftaten zu rechnen ist“. Die Jugendstrafkammer hielt sich dabei eng an die Vorgaben einer psychiatrischen Gutachterin. Diese sah bei dem schizophrenen Mann „dringenden Behandlungsbedarf“.

Der 29-Jährige war im Sommer vergangenen Jahres insgesamt siebenmal in dem Park im Frankfurter Westend aufgefallen. Er hatte kleine Kinder getreten und mit dem Messer bedroht sowie deren Eltern beleidigt. In einem Fall zerstach er einen Kinderfußball mit dem Messer. Als die Polizei ihn festnehmen wollte, widersetzte er sich heftig. Das Gericht zählte auf: Körperverletzung, Bedrohung, Beleidigung und Sachbeschädigung. Gegen den Mann war mehrere Tage verhandelt worden. Der Obdachlose hatte dabei nur ein Teilgeständnis abgelegt: Seiner Taten begründete er mit der angeblich schlechten Erziehung der Kinder. Er sei nicht krank und deshalb völlig zu Unrecht im Krankenhaus.

Sachverständige, Staatsanwaltschaft und Gericht sahen jedoch gerade darin ein Hauptargument für die dauerhafte Unterbringung - in seiner fehlenden Krankheitseinsicht. Die Straftaten seien keine Bagatelldelikte, sagte der Vorsitzender Richter Uwe Steitz. Es sei nur glücklichen Umständen zu verdanken, dass nicht mehr passiert sei. „Es handelt sich nicht bloß um einen Spinner, der von der Gesellschaft ertragen werden muss“, sagte der Richter.

Quelle: HNA

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