Windrad-Unfall durch mechanisches Versagen?

Kirtorf. Mechanisches Versagen hat möglicherweise zu dem seltenen Windradunfall in Kirtorf im Vogelsberg geführt. Es könne nur vermutet werden, „dass es zu einer außergewöhnlichen Betriebssituation kam“, teilte der Betreiber Hessenenergie in einem Untersuchungsbericht mit.

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Diese hätte durch die Sicherheitseinrichtungen eigentlich beherrscht werden müssen, hieß es weiter. Durch das mechanische Versagen eines Teils sei womöglich der Ablauf des Bremsprogramms außer Kontrolle geraten. So könne es zu Schwingungen „mit einer Entwicklung übergroßer Kräfte“ und zum Unfall gekommen sein. Am vergangenen Sonntag waren die oberen 25 Meter - der Rotor mit den drei Blättern, die Gondel und das obere Drittel des Stahlturms mit einem Gesamtgewicht von fast 100 Tonnen - des etwa 70 Meter hohen Windrades einfach abgeknickt.

Rotor von Windkraftanlage abgebrochen und auf Trafo gestürzt

Die Anlage kann wahrscheinlich nicht repariert und muss neu aufgebaut werden. Der Schaden wurde auf rund eine halbe Million Euro geschätzt. Der Unfall könnte mit einem Schaden und einer Reparatur aus dem Jahr 2002 zu tun haben, hieß es in dem Bericht weiter. Damals wurde die Gondelhaube erheblich beschädigt. „Es scheint nicht ausgeschlossen, dass hier ein Zusammenhang mit dem aktuellen Schadensereignis besteht.“

Deshalb geht Hessenenergie derzeit davon aus, dass andere Windräder nicht betroffen sind. Das Schadensbild liefere keine Indizien, „dass bei sämtlichen Windenergieanlagen vom Typ DeWind D 6 mit gleichartigen Schäden zu rechnen wäre“. (dpa)

Quelle: HNA

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