Verdacht erhärtet: CDU illegal finanziert

Klostergeld floss über den Rhein

Wiesbaden / Mainz. Der Griff des Ex-Geschäftsführers Markus Hebgen in die Kasse der Stiftung Kloster Eberbach (Rheingau) diente wahrscheinlich der illegalen Finanzierung der rheinland-pfälzischen CDU. Das legen Zeugenaussagen gestern im Untersuchungsausschuss des Mainzer Landtags nahe, der sich mit dem Finanzgebaren der dortigen CDU befasst.

Hebgen war vor seiner Tätigkeit im Kloster CDU-Fraktionsgeschäftsführer im Mainzer Landtag. Er und Ex-Landeschef Christoph Böhr hatten aus Steuermitteln stammende CDU-Fraktionsgelder gesetzeswidrig für den Wahlkampf der Partei verwandt. Kaum war Hebgen nach Böhrs Scheitern bei der Landtagswahl 2006 Geschäftsführer im Kloster auf der anderen Rheinseite, beglich er fingierte Rechnungen der Beratungsagentur Allendorf. Eine für die CDU tätige Agentur aus Köln stellte Allendorf denselben Betrag in Rechnung und stornierte zugleich entsprechende Rechnungen an die rheinland-pfälzische CDU.

Fingierte Rechnungen

Die Wiesbadener Staatsanwaltschaft war zwar vom Kloster nach der Aufdeckung von Hebgens Machenschaften informiert worden, ging den fingierten Allendorf-Rechnungen aber nicht nach. Dies wiederum ruft die hessische SPD auf den Plan, die nun den Rechtsausschuss mit dem Thema befassen will.

Erst im Dezember war bekannt geworden, dass Hebgen, der auch Geld in die eigene Tasche gesteckt hatte, Rechnungen über knapp 40 000 Euro bezahlt hatte ohne ersichtliche Gegenleistungen. Dass die Landesregierung dies früher verschwiegen hatte, macht die Opposition jedenfalls skeptisch. (wet)

Quelle: HNA

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