Kommentar zum Fall Henning

Anfang vom Ende

Auch drei Tage nach dem Rauswurf des Kasseler Polizeipräsidenten Wilfried Henning verläuft die Suche nach Gründen im Nichts.

 Innenminister Volker Bouffier hüllt sich in Schweigen - der einzig zulässige Rückschluss aus diesem Verhalten: Es gibt, außer der politischen Abstrafung für Henning wegen dessen öffentlicher Kritik an der Ausstattung der hessischen Polizei, keine plausible Begründung.

Das würde bedeuten, dass man in Wiesbaden in landesfürstlicher Manier mit dem eigenen Führungspersonal - so es natürlich nicht dem Kabinett angehört - und Steuergeldern umgeht. Die frühzeitige Pensionierung Hennings kostet den Steuerzahler jedenfalls hunderttausende Euro - Geld, das das Land besser in eine vernünftige Polizeiausstattung stecken sollte.

In Nordhessen schlagen die Wogen hoch, der Fall Henning erregt die Gemüter hier unerwartet heftig. Das ist ein Alarmsignal selbst für die Möglichkeit, dass es eine verborgene, schlüssige Begründung für den Rauswurf geben sollte.

Denn eine breite Öffentlichkeit traut dem Minister und seinen Kollegen nach elf Jahren Amtszeit diese Form selbstherrlicher Politik zu. Wiesbaden, so die Erkenntnis, macht eine fehlerhafte Politik, zieht daraus die falschen Konsequenzen und verkauft das als Strategie. Die Erfahrung lehrt uns: So sieht der der Anfang vom Ende aus.

Von Horst Seidenfaden

Quelle: HNA

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