Kompromiss zu Waldgesetz: Zustimmung bei den Parteien

Wiesbaden. Die ersten Kompromisse für ein neues Waldgesetz in Hessen sind am Dienstag weitgehend auf Zustimmung gestoßen. Die Forderung nach gegenseitiger Rücksichtnahme der Waldnutzer aufeinander hätte nach Ansicht von Kritikern aber schon im Entwurf des Umweltministeriums stehen können.

Das Ministerium hatte nach deutlicher Kritik aus Verbänden am Gesetzentwurf einen Runden Tisch aus Waldbesitzern und -nutzern einberufen. Dieser hatte am Montagabend erste Kompromisse formuliert. „Waldbesucher haben aufeinander Rücksicht zu nehmen, damit eine gegenseitige Belästigung oder Behinderung vermieden wird“, heißt es in der Empfehlung.

Lesen Sie auch:

- Neues Waldgesetz: Räder und Pferde nur noch auf offiziellen Waldwegen

- Grüne: Waldgesetz verunsichert Menschen

Die Landtagsfraktionen von CDU und FDP sprachen am Dienstag von einer Lösung im Dialog. Die etwa 30 Interessenvertreter am Runden Tisch hätten eine „gute naturverträgliche Lösung“ erarbeitet, so die CDU. Die Grünen erklärten in einer Mitteilung, jetzt müsse auch der Naturschutz im Waldgesetz stärker berücksichtigt werden. Dazu gehöre der Schutz des Bannwaldes vor Rodung. Für die SPD hat sich das Ministerium mit dem ersten Entwurf „bis auf die Knochen blamiert“.

Vor allem Mountainbiker hatten sich gegen die Vorlage gewehrt: Sie wollten sich nicht auf Wege beschränken lassen, auf denen prinzipiell auch ein Auto fahren kann. Dem Kompromiss nach soll das Radfahren oder Reiten nun auf befestigten oder naturfesten Wegen gestattet werden, wenn „unter gegenseitiger Rücksichtnahme gefahrloser Begegnungsverkehr möglich ist“. Fußgänger und Rollstuhlfahrer haben dabei Vorrang. (dpa)

Quelle: HNA

Kommentare