Designierter CDU-Chef bestätigt Informationen der HNA

Bouffier nominiert zwei Frauen

Wiesbaden. Sie ist eine Frau, sie kommt aus Nordhessen, gehört dem Kabinett an und sie ist mit 48 auf keinen Fall zu alt, um als personelle Erneuerung angesehen zu werden:

Gestern Abend verkündete der designierte Parteichef Volker Bouffier, dass er Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann beim Parteitag am 12. Juni in Willingen als neue stellvertretende Landesvorsitzende vorschlagen wird. Außerdem will Bouffier die frühere Bürgermeisterin von Nidda (Wetterau) und heutige Bundestagsabgeordnete Lucia Puttrich (49) sowie den bisherigen Vize Franz Josef Jung (61) nominieren.

Bouffier (58) bestätigte damit Informationen unserer Zeitung über sein Personaltableau. Die Ministerin für Wissenschaft und Kunst aus Kassel, die um ihren Job im Kabinett bestimmt keine Angst haben muss, erfüllt gleich mehrere Kriterien, die ein umsichtiger Parteichef berücksichtigen muss, um keine Region, kein Geschlecht und keinen Flügel zu verprellen.

Denn Kreis- und Bezirksvorsitzende haben ein wachsames Auge darauf, für wen sich Volker Bouffier, der in Willingen an die Spitze der Hessen-Union gewählt werden soll, entscheidet. Kühne-Hörmann gehört dem Vernehmen nach im Kabinett zu denen, mit denen Bouffier „gut kann“. Und auch wenn die Ministerin nicht gerade zu den Leutseligen gehört, wird sie als Hochschulpolitikerin allseits geschätzt. Mit dem hoch umstrittenen, gerade unterschriebenen Hochschulpakt hat sie sich zudem als durchsetzungsstark profiliert.

 Wegen der Kürzung des Etats um 30 Millionen Euro hatten immerhin mehr als 10 000 Studierende protestiert, die Uni-Präsidenten hatten die Vereinbarung nur mit Zähneknirschen unterschrieben. Kühne-Hörmann und Puttrich sollen die Posten besetzen, die durch Bouffiers Wechsel an die Spitze und den Rückzug von Umweltministerin Silke Lautenschläger frei werden.

Keine Chance hat demzufolge die 32-jährige Bundesministerin Kristina Schröder. Sie hätte für eine echte Verjüngung gestanden. Wie Puttrich und Kühne-Hörmann gehört sie dem Vorstand aber bereits an.

Zäsur auch in der Fraktion

Veränderungen stehen auch in der von Christean Wagner (67) geführten Fraktion an. Mitglieder plädieren dem Vernehmen nach dafür, die Zäsur auch für eine vorgezogene Vorstandswahl in der Fraktion zu nutzen.

Möglicherweise spricht Wagner deshalb seit Tagen am liebsten von Kontinuität. „Aber Zäsur und Kontinuität, das passt irgend wie nicht zusammen“, meint ein Abgeordneter. Die Fraktion hätte jedenfalls die Chance, einen Vorstand ohne Hans-Jürgen Irmer (58) zu wählen. Die Toleranz gegenüber dem Mann vom rechten Rand mit seinen islamfeindlichen Äußerungen ist auch in der Fraktion erschöpft.

Quelle: HNA

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