Kultusministerin Henzler will Lehrerausbildung reformieren

Wiesbaden. Referendare sollen künftig in 21 statt 24 Monaten ausgebildet werden. So sieht es der Gesetzentwurf der Landesregierung vor, den Kultusministerin Dorothea Henzler Anfang Februar im Landtag einbringen wird.

Erhalten bleiben 18 Monate Unterricht in der Schule, die Einführungsphase wird dagegen von sechs auf drei Monate gekürzt. Damit sollen auch die überfüllten Studienseminare entlastet werden.

Die Landesregierung reagiert damit - wenn auch mit zweijähriger Verspätung - auf viele Kritikpunkte der Ausbildungsreform 2005. So soll auch die Zahl der bewerteten Ausbildungsabschnitte (Module) verringert werden, um die Referendare zugunsten von mehr Unterrichtstätigkeit zu entlasten.

Geändert werden sollen zudem die Einstellungstermine. Statt im August und Februar sollen sie künftig im Mai und November liegen, damit die Lehrer nach dem zweiten Stastsexamen ohne Verzögerungen in den Schuldienst wechseln können. Außerdem sollen die Schulen wieder stärker an der Bewertung der Referendare beteiligt werden.

An einen weiteren Punkt hat sich Dorothea Henzler noch nicht gewagt, nämlich die Refom der universitären Lehrerausbildung. Hier gibt es seit langem Meinungsunterschiede zwischen CDU und FDP, die offenkundig nicht ausgeräumt werden konnten. Während die CDU ein Praxissemester ab dem dritten Studiensemester einführen will, um Lehrerstudenten so früh wie möglich mit Schulklassen zu konfrontieren, gibt sich die FDP hier zögerlich. Auch die Lehrerverbände warnen vor Schnellschüssen, da sich sowohl die Hochschulen als auch die Schulen auf eine solche neue Situation einstellen müssten. Dass es von Vorteil ist, wenn Studierende schon einmal in den Beruf hineinschauen, um sich gegebenenfalls auch noch umentscheiden zu können, streitet indes niemand ab. Deshalb sollen das Kultus- und das Wissenschaftsministerium jetzt ein Konzept entwickeln für ein Praxissemester während des Studiums.

Grüne: Aus einem Guss

Die Grünen begrüßen die Reformen. Sie kritisieren jedoch, dass die Regierung viel Zeit vergeudet habe im Streit um ein Praxissemester. Es wäre besser gewesen, ein Lehrerbildungsgesetz aus einem Guß vorzulegen, um Studium und Referndariat aufeinander abzustimmen, so Bildungsexperte Mathias Wagner.

Am Dienstag will Kultusministerin Dorothea Henzler das neue Schulgesetz vorstellen, das vorher im Kabinett beschlossen werden soll.

Von Petra Wettlaufer-Pohl

Quelle: HNA

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