Leiche an der A 5: Parallelen zu zweitem Fall

Mörfelden-Walldorf. Im Fall des erschossenen nackten Mannes an einem Parkplatz an der Autobahn 5 stehen die Ermittler wieder am Anfang. Zwei bislang als dringend tatverdächtig geltende Männer sind wegen neuer Erkenntnisse seit Donnerstagabend auf freiem Fuß.

„Wir arbeiten die Spurenlage neu auf“, sagte ein Sprecher der Polizei in Darmstadt am Freitag. Neue Hinweise gebe es nicht. Dafür deckten die Behörden Parallelen zu einem Fall in Baden- Württemberg auf. Wie die Staatsanwaltschaften in Darmstadt und Stuttgart gemeinsam mit den zuständigen Polizeistationen mitteilten, war mit derselben Waffe am 8. Mai bereits ein 30-Jähriger auf einem Parkplatz im Hölzertal bei Sindelfingen mit einem Kopfschuss getötet worden.

Weil sie für diese Tat Alibis haben, waren die beiden 65 und 49 Jahre alten Männer aus der Untersuchungshaft in Hessen entlassen worden. Sie sollten nach Polizeiangaben den 70-Jährigen in der Nähe des Frankfurter Flughafens mit einem Kopfschuss ermordet haben.

Ein Spaziergänger hatte Anfang Juli in einem Waldstück nahe des Parkplatzes bei Mörfelden-Walldorf die nackte Leiche entdeckt. Zu diesem Zeitpunkt war das Opfer bereits einige Stunden tot. Die Ermittler beider Länder gehen davon aus, „dass es sich bei dem Täter um eine Person handelt, die gezielt Orte aufsucht, die als Treffpunkte homosexueller Männer bekannt sind“.

Dem Polizeisprecher nach legen das die identische Waffe und die vergleichbaren Tatabläufe nahe. Es gebe bislang keine Erkenntnisse, ob es einen schwulenfeindlichen Hintergrund gebe oder es sich um Beziehungstaten handle. Im Fall in Baden-Württemberg hatten die Ermittler zunächst einen 33 Jahre alten Mann aus Sindelfingen unter Verdacht, den 30-Jährigen erschossen zu haben. Der mutmaßliche Täter saß jedoch zur Tatzeit in Hessen in Untersuchungshaft. Auch er kam auf Anordnung der Stuttgarter Staatsanwaltschaft am vergangenen Dienstag frei. (lhe)

Quelle: HNA

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