Bund will weniger für Beschäftigung zahlen

Liga-Protest: Kürzungen unsozial

Wolfgang Gern

Wiesbaden. Die Liga der freien Wohlfahrtsverbände in Hessen fürchtet um viele der rund 15 000 Plätze, die es derzeit in der öffentlich geförderten Beschäftigung in Hessen gibt. Die vom Bund geplanten Kürzungen der Fördermittel für Arbeitslose um 1,5 Milliarden Euro im nächsten Jahr seien unsozial und kontraproduktiv. Gemeinsam mit der Landesarbeitsgemeinschaft Arbeit (LAG), dem Dachverband der Ausbildungs- und Beschäftigungsträger, hat die Liga berechnet, dass 2011 rund 87 Millionen Euro weniger nach Hessen fließen.

Damit entfielen rund 4000 Plätze. In Nordhessen wären es rund 19,5 Millionen Euro weniger für Qualifizierungs- und Beschäftigungsmaßnahmen.

„Zuschussbedarf gesunken“

Der Vorsitzende der Liga, Wolfgang Gern, sagte gestern in Wiesbaden, dies sei volkswirtschaftlich angesichts des Fachkräftemangels ein Skandal. Der LAG-Vorsitzende Jürgen Schomburg beklagte, dass zahlreiche Stammkräfte bei den Trägern der Qualifizierungsmaßnahmen ihre Arbeit verlieren würden.

Derzeit werden bei den Trägern in der LAG rund 1500 Auszubildende und 5000 Langzeitarbeitslose sowie Tausende von Kursteilnehmern ausgebildet, beschäftigt und vermittelt. Die Kürzungspläne seien unverständlich, so Schomburg, da der Zuschussbedarf der Bundesagentur seit Jahresbeginn um 6,8 Milliarden Euro gesunken sei und der Bund mit Steuermehreinnahmen rechne. könne. (wet)

Quelle: HNA

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