Lohnlücke: Frauen im Nachteil

Petra Müller- Klepper

Wiesbaden. Bei der Beseitigung der Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen in Hessen ist seit zehn Jahren kaum Fortschritt zu verzeichnen.

Frauen in Hessen verdienen im Durchschnitt 20 Prozent weniger als Männer. Innerhalb der letzten zehn Jahre gab es nur eine leichte Verbesserung um 0,3 Prozentpunkte. Diese gravierende Lohnlücke muss endlich geschlossen werden“, sagte die Staatssekretärin im Hessischen Sozialministerium, Petra Müller-Klepper, am Montag in Wiesbaden.

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In fast allen Berufen würden Frauen schlechter bezahlt als Männer, so Müller-Klepper mit Verweis auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Gründe für die Lohnlücke gebe es viele. „Frauen übernehmen immer noch mehrheitlich die unbezahlte Arbeit in der Familie und sind dadurch häufiger teilzeitbeschäftigt als Männer.

Durchschnittlich werden jedoch Teilzeitstellen, bezogen auf den Bruttostundenlohn, schlechter bezahlt als Vollzeit-Arbeitsplätze“, sagte die Staatssekretärin. Fehlende Aufstiegschancen und der Trend zu vergleichsweise schlecht bezahlten Frauenberufen wie Bürofachkraft, Arzthelferin, Friseurin, Verkäuferin und Kauffrau seien weitere Gründe für die Lohnlücke. (dpa)

Hintergrund:

• Frauen sind nach Erkenntnissen des Genderberichts Hessen 2011 in den niedrigeren Gehaltsklassen systematisch überrepräsentiert. So verdient jede vierte Frau mit Arbeitsort in Hessen monatlich lediglich zwischen 1000 und 2000 Euro. Der Anteil der Männer in dieser Gehaltsklasse beträgt nur 12,9 Prozent.

• In den höheren Gehaltsklassen ist die Situation genau umgekehrt. Besonders deutlich wird dies in der Gehaltsklasse mit einem monatlichen Einkommen von über 4000 Euro: Während diese Gehaltsklasse lediglich 17,2 Prozent der Frauen erreichen, verdient etwa jeder dritte Mann mehr als 4000 Euro im Monat.

• Das Risiko für Frauen, unterhalb der Niedriglohnschwelle beschäftigt zu werden, ist deutlich: Inzwischen arbeitet fast jede dritte sozialversicherungspflichtig vollzeitbeschäftigte Frau in Hessen im Niedriglohnsektor. Der Anteil von Frauen ist hier in den letzten zehn Jahren um 3,2 Prozentpunkte auf 29,5 Prozent gestiegen. Bei den Männern sind es nur 12,7 Prozent.

Wie sich die Situation in Hessen in den letzten zehn Jahren entwickelt hat, zeigt die aktuelle Broschüre „Frauen und Männer am Arbeits- und Ausbildungsmarkt“.

Quelle: HNA

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