Lokführer-Streik beginnt schon Donnerstag

Frankfurt/Kassel. Die Lokführergewerkschaft GDL wird die Konkurrenten der Deutschen Bahn erneut bestreiken. Schon am frühen Donnerstagmorgen geht es los. Auch Nordhessen wird der Streik betreffen.

Der Ausstand werde am Donnerstag um 2.00 Uhr morgens beginnen und 48 Stunden später in der Nacht zum Samstag enden, teilte die Gewerkschaft am Mittwoch in Frankfurt mit.

GDL-Chef Claus Weselsky hatte bereits Anfang der Woche angekündigt, dass es wieder Streiks bei Veolia, Abellio, Netinera, Benes und der Hessischen Landesbahn geben werde, einen Termin dafür aber offen gelassen. Die GDL will einen Branchentarifvertrag durchsetzen.

Eine Ausnahme vom Streik bildet lediglich das Eisenbahnverkehrsunternehmen Keolis mit seiner Eurobahn von und nach Kassel. Mit diesem Unternehmen hat die GDL am 11. April Verhandlungen sowohl über die Konstruktion der Tarifverträge und deren Verknüpfung als auch über den dringend erforderlichen Betreiberwechsel geführt. „Dies ist einzig und allein der Schlüssel zur Lösung des Tarifkonflikts. Weder Sturheit noch Halbwahrheiten führen an den Verhandlungstisch“, so der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky. Bisher reden sich die Hessische Landesbahn (Cantus in Nordhessen und Vectus in Mittelhessen) und Veolia einen Beginn der Verhandlungen mit der GDL über die Medien lediglich ein.

Das Ganze gipfelt in einer Pressemitteilung, in der verkündet wird, dass die Hessische Landesbahn angeblich nicht bestreikt werde. Das trifft jedoch nicht zu. Ausgenommen von den Streiks hat die GDL dieses Mal jedoch die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft mbH (AVG). Sie war bisher immer sehr stark von den Auswirkungen des GDL-Streiks betroffen. Bewege sich der Arbeitgeber nicht, werde die Bahn beim nächsten Arbeitskampf wieder mit einbezogen. Die GDL organisiert 75 Prozent aller Lokomotivführer in Deutschland und will einheitliche Tarifverträge bundesweit auf annäherndem DB-Niveau durchsetzen.

Am frühen Mittwochmorgen war ein nächtlicher Verhandlungmarathon zwischen Deutscher Bahn und GDL ohne Ergebnis unterbrochen worden. Nach 18 Stunden Diskussionen am Stück waren Arbeitgeber und Arbeitnehmer ohne einen Kompromiss auseinander gegangen. Die Verhandlungen über ein neues Tarifpaket sollen nun am Freitag in Frankfurt/Main fortgeführt werden, bestätigten Bahn und GDL. Die Deutsche Bahn wird während der laufenden Verhandlungen nicht bestreikt.

dpa

Quelle: HNA

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