Marburger Virologe erhält hochdotierten Preis

Marburg. Der Marburger Virologe Hans-Dieter Klenk erhält den mit 25 000 Euro dotierten Emil-von-Behring-Preis der Philipps-Universität Marburg. Der 71-Jährige werde für sein wissenschaftliches Lebenswerk ausgezeichnet, teilte die Hochschule am Freitag mit.

 Der frühere Leiter der Deutschen Gesellschaft für Virologie habe sein wissenschaftliches Leben der Erforschung von Viren gewidmet, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden. Seine Untersuchungen hätten zu einem grundlegenden Verständnis der viralen Mechanismen geführt, die Entstehung und Verlauf von Influenzaerkrankungen beeinflussen. Der alle zwei Jahre vergebene Preis wird am 29. Juni in Marburg verliehen.

Das Preisgeld wird vom Impfstoffhersteller Novartis-Behring gestiftet.

Der gebürtige Kölner Klenk untersuchte am Beispiel von Grippe- Viren insbesondere, wie virale Oberflächenproteine den Verlauf von Grippeerkrankungen bestimmen. Diese sind durch das Auftreten der Geflügelgrippe beim Menschen und der pandemischen Variante des Schweinegrippe-Erregers H1N1 stark in das öffentliche Bewusstsein gerückt.

Klenk kam 1985 als Leiter der Virologie an die Philipps- Universität und führte das Marburger Institut zu internationaler Bedeutung, wie sein Nachfolger, Professor Stephan Becker, betonte. „Er erkannte seit Beginn seiner Amtszeit die Notwendigkeit von Speziallaboratorien, um hochpathogene Viren zu untersuchen. Seiner Initiative ist es unter anderem zu verdanken, dass Marburg heute eine der weltweit modernsten Einrichtungen dieser Art hat.“

2008 erhielt Klenk die Ernst-Jung-Medaille für Medizin in Gold für sein Lebenswerk, bereits 2006 die Robert-Koch-Medaille in Gold. Wie die Universität weiter mitteilte, führt er noch im Ruhestand seine Arbeit fort, die sich bisher in mehr als 400 Publikationen niederschlug.

So habe Klenk im vergangenen Herbst einen Aufsatz veröffentlicht, in dem er und seine Co-Autoren ein Protein des Vogelgrippevirus beschreiben, das für die Übertragung auf Säugetiere verantwortlich sei und sich als Ziel neuer Therapien eignen könnte. (dpa)

Quelle: HNA

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