Innenminister Rhein stellt sich hinter Beamtin

Trotz Ermittlungen: LKA-Chefin Thurau bleibt vorerst im Amt

+
Sabine Thurau

Frankfurt/Wiesbaden. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat gegen die Chefin des Landeskriminalamtes, Sabine Thurau, Ermittlungen aufgenommen: Sie soll im September vergangenen Jahres bei einer Aussage vor Gericht gegen einen Hauptkommissar gelogen haben.

„Wir ermitteln wegen uneidlicher Falschaussage“, sagte Oberstaatsanwältin Doris Möller-Scheu am Mittwoch in Frankfurt. Der innenpolitische Sprecher der Linken im hessischen Landtag, Hermann Schaus, forderte, Thurau sofort zu beurlauben. Die Grünen im Landtag sprachen von einem gravierenden Vorwurf.

Die innenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Nancy Faeser, sagte, bei der Untersuchung müssten strengere Maßstäbe angesetzt werden als bei anderen Beamten. Thurau habe als Leiterin des LKA Vorbildfunktion. Innenminister Boris Rhein (CDU) schloss eine Suspendierung Thuraus zum jetzigen Zeitpunkt unterdessen aus. Sie leiste eine „untadelige Arbeit“ und habe bereits ein Disziplinarverfahren gegen sich selbst beantragt, sagte er in Rüsselsheim. Es sei unangemessen, in das Verfahren der Justiz einzugreifen.

Dem Hauptkommissar war damals vorgeworfen worden, auf einer Dienstreise nach Brasilien zu Unrecht mit einem Mietwagen privat die Küste bereist und dem Land Hessen damit einen Schaden von 572 Euro zugefügt zu haben. In erster Instanz wurde der Polizist zu einer Geldstrafe verurteilt. Thurau war damals Vize-Präsidentin des Frankfurter Polizeipräsidiums und sagte als Vorgesetzte gegen ihn aus.

Der Polizist hatte gegen das Urteil Revision beantragt. Der neue Prozess sollte ursprünglich am Mittwoch vor dem Frankfurter Landgericht verhandelt werden, wurde jedoch nach Angaben des Gerichts verschoben. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft erstattete der Verteidiger des Hauptkommissars im April dieses Jahres Strafanzeige gegen Thurau. Das Ministerium erfuhr nach Aussage des Ministers am 6. April davon. (dpa)

Quelle: HNA

Kommentare