Integration: Minister Hahn denkt an Kindergartenpflicht für Vierjährige

Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn.

Wiesbaden. Hessens Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) will mit einer Kindergartenpflicht die Deutschkenntnisse sowohl von Zuwanderern als auch von Deutschen verbessern. Der Minister warb jetzt für die Einführung einer Kindergartenpflicht für Kinder mit mangelnden Deutschkenntnissen.

Sie solle auch für Kinder ohne Migrationshintergrund gelten, die nicht gut genug Deutsch sprechen. Festgestellt werden soll dies mit einer Sprachstandserhebung. Etwa die Hälfte der Kinder von Zuwanderern falle durch diesen Sprachtest. Bei den anderen Kindern sei es jedes fünfte. Betreuungsangebote gebe es genug, doch nicht alle Eltern nutzten sie, sagte Hahn. Offensichtlich würden zahlreiche Eltern von staatlichen Appellen nicht erreicht.

Die Kindergartenpflicht müsse auch mit Sanktionen verbunden werden, über die aber noch zu diskutieren sei. Hahn räumte ein, dass die Forderung nach einer Kindergartenpflicht in seiner Partei umstritten ist. Er wolle kommendes Jahr weiter dafür werben, sagte der Minister.

Unterdessen steht die geplante Einführung des islamischen Religionsunterrichts in Hessen auf der Kippe. „Uns liegt bisher kein Antrag vor und auch keine Interessenbekundung“, sagte der Integrationsminister. Er kündigte an, in den nächsten Wochen erneut auf die islamischen Verbände zuzugehen, um doch noch einen festen Ansprechpartner für die Landesregierung zu finden. Spätestens im Februar werde dann aber eine Entscheidung fallen. Wenn es dann immer noch keinen verlässlichen Ansprechpartner mit Kooperationsbereitschaft gebe, werde es auf verpflichtende Religionskunde in Islam statt auf islamischen Religionsunterricht an hessischen Schulen hinauslaufen. Das Angebot an die Verbände habe fast zwei Jahre bestanden, sagte Hahn.

Mit dem bekenntnisorientierten Unterricht wären die muslimischen Schüler denen anderer Konfessionen gleichgestellt, Islamkunde dagegen entspricht dem Ethikunterricht. Die von der Landesregierung gestellten Bedingungen an die Verbände seien offenbar schwierig zu erfüllen, sagte Hahn. Islamkunde könne ab dem Schuljahr 2013 in Hessen unterrichtet werden. Die Vorbereitungszeit betrage ein bis eineinhalb Jahre. Ein späterer Start von islamischem Religionsunterricht sei dann aber auch nicht ausgeschlossen.

Quelle: HNA

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