Modellprojekt in Wabern: Mehr Hilfe für junge Abhängige

Wabern / Kassel. Komasaufen und Drogenkonsum sind oft nicht nur ein Ausrutscher: Der Bedarf an qualifizierter Hilfe für suchtgefährdete und abhängige Kinder und Jugendliche in Hessen wächst. Deshalb wird das erste und einzige hessische Behandlungsangebot nicht nur fortgeführt, sondern erweitert und in den Stand der Regelversorgung geadelt.

Es handelt sich um die Station für Abhängigkeitserkrankungen in Wabern (Schwalm-Eder-Kreis). Betreiber ist die Vitos Klinik Bad Wilhelmshöhe für Kinder- und Jugendpsychiatrie Kassel.

Das stationäre und ambulante Angebot war vor drei Jahren als Modellprojekt gestartet. Es wird jetzt um zwölf tagesklinische Plätze erweitert. In der Einrichtung werden Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 18 Jahren behandelt, die Suchtmittel konsumieren, deren Leben sich zunehmend um die Sucht dreht, bei denen psychische Erkrankungen wie Aufmerksamkeitsstörungen und Depressionen sowie körperliche Folgeschäden wie etwa Hepatitis bestehen. Ein Team aus Ärzten, Sozialarbeitern und -pädagogen, Psychologen, Bewegungs- und Ergotherapeuten, Erziehern und Krankenpflegepersonal gestaltet die etwa vier- bis sechswöchige Behandlung.

Während der stationären Behandlung gibt es zudem ein breites Angebot: Sport- und Bewegungstherapie, Arbeitstherapie und Schulunterricht. Zur anschließenden Weiterbetreuung arbeitet das Behandlungsteam eng mit Einrichtungen wie der Drogen- und Jugendhilfe zusammen. Die der Station für Abhängigkeitserkrankungen angeschlossene Ambulanz bietet auch eine Suchtsprechstunde an. Informationen: Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Tel. 05 61/ 05 61-3 10 06-0

Quelle: HNA

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