Antikapitalistische Bewegung bekennt sich zu Brandanschlägen - Noch keine heiße Spur

„Morgenlicht“ zündelt am Main

Frankfurt. Der Zeitarbeitsfirma Randstadt haben sie Ende Januar eine brennbare Flüssigkeit in den Briefkasten geschüttet, der Sachschaden betrug 15 000 Euro. Vor einem Schlecker-Drogeriemarkt im Frankfurter Stadtteil Gallus zündeten sie in der vergangenen Woche einen selbst gebastelten Brandsatz. Dass der Schaden sich „nur“ auf 5000 Euro belief, ist einer Polizeistreife zu verdanken, die das Feuer entdeckte und sofort löschen konnte.

Kapitalismus-Gegner

Zu beiden Taten hat sich eine „Bewegung Morgenlicht“ bekannt, die damit laut Bekennerschreiben ihre erbitterte Gegnerschaft zur kapitalistischen Marktwirtschaft zeigen und schlechte Arbeitsbedingungen anprangern will.

Die Boulevardpresse vermutet deshalb bereits eine neue RAF (Rote Armee Fraktion), deren erste Generation zu Anfang mit Brandanschlägen auf Kaufhäuser auf sich aufmerksam gemacht hatte.

Doch bewiesen ist nichts. Ob es sich bei den Taten, zu denen noch zwei Brandanschläge auf Banken im vergangenen Jahr kommen, tatsächlich um dieselben Täter handelt, kann die Staatsanwaltschaft noch gar nicht sagen. Allein die Tatsache, dass alle Bekennerschreiben in Kleinschreibung abgefasst wurden, sei noch kein Beleg, so die Sprecherin der behörde, Doris Möller-Scheu. Es könne sich auch um Nachahmungstäter handeln.

Aus ermittlungstaktischen Gründen wollte Möller-Scheu nicht mehr sagen, als dass es „ähnliche Muster“ gebe. Dazu gehöre auch die Versicherung, man wolle keine Menschen verletzen.

Ein ähnliches Muster stellt auch die im Januar an Ministerpräsident Roland Koch geschickte Bombenattrappe (wir berichteten) dar. Damals hatte die „Bewegung Morgenlicht“ die umstrittenen Äußerungen des CDU-Politikers zu Hartz IV als Grund für die Drohung benannt.

Sozialrevolutionär?

Informationen des Nachrichtenmagazins „Focus“, es handele sich laut Ermittlern bei dem Täter um einen selbst ernannten Sozialrevolutionär um die 50, von dem auch ein Foto existiere, wollte Möller-Scheu unserer Zeitung nicht bestätigen: „Ich weiß von keinem Verdächtigen.“

Von Petra Wettlaufer-Pohl

Quelle: HNA

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