Nach Anschlägen auf Fahrkartenautomaten zweiter Täter gefasst

Fulda. Fahrkartenautomaten in Hessen werden seit Monaten immer wieder in die Luft gesprengt. Jetzt hat die Polizei einen zweiten Verdächtigen verhaftet.

Nach den Anschlägen auf zahlreiche Fahrkartenautomaten in Hessen ist ein zweiter mit Haftbefehl gesuchter Mann gefasst worden. Von einem dritten Beschuldigten, nach dem die Polizei öffentlich fahndet, fehlt aber nach wie vor jede Spur, wie die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Donnerstag mitteilte. Der 32-Jährige soll die anderen beiden nicht kennen.

Der mit Haftbefehl gesuchte 44-Jährige wurde in der Nacht zum Donnerstag im Kreis Fulda gefasst. Er soll der Komplize des bereits vor gut einer Woche verhafteten 30-Jährigen sein. Dem Duo wird vorgeworfen, im April vier Automaten auf Bahngeländen im Raum Fulda mit einem Gasgemisch gesprengt zu haben.

Aus zwei Geräten stahlen sie Geld in noch unbekannter Höhe. Bei den beiden anderen Automaten gelang es ihnen nicht, die Türen vollständig aufzusprengen und an die Geldkassetten zu kommen. Das Gasgemisch, das sie zum Sprengen verwendeten, hatte die etwa 60 Kilo schweren Türen und andere schwere Teile bis zu 15 Meter durch die Luft geschleudert. Dadurch entstand an den Automaten ein Sachschaden von je 30 000 Euro. Verletzt wurde niemand.

Allein in Hessen sind in den vergangenen Monaten nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) mehr als zwei Dutzend Automaten explodiert, viele weitere Versuche waren erfolglos. Am vergangenen Sonntag explodierte ein Automat im Bahnhof Hanau-Wilhelmsbad. Die Täter wendeten die gleiche Methode an, die Ermittler vermuten jedoch andere Urheber.

Der nach wie vor gesuchte Mann soll in Hessen von April bis Juni neun Automaten in die Luft gesprengt und dabei Geld und Blanko-Fahrscheinrollen gestohlen haben. Tatorte waren unter anderem Frankfurt, Maintal, Darmstadt und Dieburg. Der 32-Jährige wird zudem beschuldigt, in Rheinland-Pfalz, Thüringen und Sachsen ähnliche schwere Straftaten begangen haben. Einzelheiten waren aber zunächst unklar. Er war zuletzt in Gera gemeldet, gegen ihn liegt ein Haftbefehl des Amtsgerichts Darmstadt vor. (lhe)

Quelle: HNA

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