Aufsichtrat fürchtet angesichts staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen um die Reputation der Hochschule

Nach Festnahme: Private Uni trennt sich von Ex-Präsidenten

Wiesbaden/Oestrich. Das Aus für Prof. Christopher Jahns an der European Business School (EBS) ist nun endgültig. Am Donnerstag hat der Aufsichtsrat den 42-Jährigen mit sofortiger Wirkung als Geschäftsführer abberufen und das Dienstverhältnis mit der EBS aufgelöst.

Als Präsident der ältesten Privvathochschule Deutschlands ist Jahns, gegen den die Staatsanwaltschaft Wiesbaden wegen Untreue ermittelt, bereits am Dienstag zurück getreten. Seine anderen Ämter, neben der Geschäftsführung die Leitung eines Institutes an der Hochschule, hatte er nur ruhen lassen.

Jahns war am Montag festgehommen worden, da die Staatsanwaltschaft Verdunklungsgefahr sah. Er soll mindestens 180 000 Euro Hochschulgelder an die Schweizer Beratungsfirma BrainNet überwiesen haben, ohne dass Gegenleistungen ersichtlich waren.

Jahns ist Teilhaber des Unternehmens. Angeblich soll der Professor Zeugen eingeschüchtert haben. Der Haftrichter entschied jedoch gegen eine Untersuchungshaft. Der Aufsichtsrat erklärte am Donnerstag, man habe Schaden durch negative Auswirkungen auf die Reputation und wirtschaftlichen Schaden von der EBS abzuwenden. Nun solle kurzfristig eine Findungskommission einen Kandidaten für das Amt als Präsident suchen.

Die EBS plant zur Zeit die Eröffnung einer zweiten Fakultät, in der sie in Wiesbaden ab Herbst Wirtschaftsjuristen ausbilden will. Dafür hat auch das Land Hessen 24,7 Millionen Euro Anschubfinanzierung zugesagt, von denen bereits 17 Millionen geflossen sind. Ihre Verwendung soll nun von einem externen Fachmann geprüft werden. (wet)

Quelle: HNA

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