Nacht in hessischer Ausnüchterungszelle teuer

Wiesbaden. Eine Nacht in einer Ausnüchterungszelle in Hessen kann teuer werden - wenn auch nicht so teuer wie in Zürich, wo Betrunkene künftig so viel wie in einem Luxushotel bezahlen müssen.

950 Schweizer Franken (650 Euro) müssen dort für Aufenthalte von mehr als drei Stunden berappt werden. Hessens Polizei bietet Alkoholisierten kein Pauschalarrangement. Jeder Posten der „polizeilichen Gewahrsamnahme verantwortlicher Personen“ muss laut Verwaltungskostenordnung einzeln bezahlt werden.

34 Euro werden dem Betrunkenen für den Transport ins Revier in Rechnung gestellt. 22 Euro kostet der Aufenthalt in der Ausnüchterungszelle bis zu sechs Stunden, dann werde jede Stunde weitere 6 Euro fällig, berichtet das Innenministerium.

Nicht immer ist die Zelle nach der Entlassung sauber, zwischen 11 und 70 Euro für die Reinigung je nach Aufwand schlagen zu Buche. Falls ein Alkoholisierter Hunger hat: Bitteschön, Mahlzeiten sind für 3 bis 9 Euro zu haben. Die Kosten für die medizinische Untersuchung der, wie es offiziell heißt, Gewahrsamsfähigkeit kommen obendrauf.

Spätestens bei der Endsumme müsste also die Ernüchterung einsetzen. Die Rechnung vom Polizeipräsidium für Technik, Logistik und Verwaltung folgt nach der Entlassung per Post. Das Innenministerium weist darauf hin, dass nicht nur Betrunkene in den Genuss der Kostenordnung kommen.

Auch wer aus anderen Gründen zur Gefahrenabwehr in Gewahrsam genommen wird, beispielsweise als Randalierer, muss zahlen.

Quelle: HNA

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