Politisch sieht sich Volker Bouffier aber in der Tradition seines Vorgängers Roland Koch

„Neuer Mensch, neuer Stil“

Plant keine Revolution: Volker Bouffier

Wiesbaden. Überschattet von einem heftigen Koalitionskrach auf Bundesebene, der in der schwarz-gelben Partnerschaft in Hessen bislang unvorstellbar ist, will die CDU am Samstag in Willingen ihr Führungspersonal neu wählen. Zwischen der von den 326 Delegierten sicher mit Spannung erwarteten Rede des scheidenden Parteichefs Roland Koch und der Bewerbungsrede seines Nachfolgers Volker Bouffier hat die Regie genügend Zeit für das Wechselbad der Gefühle eingeräumt.

„Keine Revolution“

Dabei zeigte Noch-Innenminister Bouffier gestern, dass er zwar ein anderer Mensch ist als Koch, aber„keine Revolution“ plant: „Neuer Mensch, neuer Stil.“ Wie sein Vorgänger will er die CDU gerade in Zeiten großer Verunsicherung stärker profilieren und deshalb auch in Willingen „über das Konservative“ sprechen. Eine Rede zur Tagespolitik könne man ohnehin erst in letzter Minute formulieren, scherzte Bouffier mit Blick auf das Berliner Geschehen.

Der 58-jährige Bouffier versteht sich keineswegs als Übergangskandidat, denn angesprochen auf die künftige Rolle von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (32) aus Wiesbaden sagte der Mann, der Ende August neuer Ministerpräsident werden will, „sie wird nicht Spitzenkandidatin“. Allerdings wolle er Schröder „für eine herausragende Rolle für die hessische CDU“ vorschlagen. Näher äußerte er sich nicht, doch könnte es um eine prominente Position im Bundesvorstand gehen, der im November gewählt wird und für den Koch auch nicht mehr kandidiert.

Bouffier will vorschlagen, Koch zum Ehrenvorsitzenden der Hessen-Union zu wählen, denn er wolle auf ihn nicht verzichten: „Als Ehrenvorsitzender kann er kommen, wenn er will, aber er muss nicht.“

Als der erste CDU-Vorsitzende schlägt Bouffier mit der Bundestagsabgeordneten Lucia Puttrich und Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann zwei Frauen als Stellvertreterinnen vor: „Ich will, dass die CDU weiblicher wird.“ Für die notwendige Kontinuität sollen die Männer sorgen: Franz Josef Jung als dritter Vize und Peter Beuth, den er erneut als Generalsekretär vorschlagen will.

Von Petra Wettlaufer-Pohl

Quelle: HNA

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