In Frankfurt wird wieder geflogen, aber fast nur auf andere Kontinente - Ansonsten Busse und Bahn gefragt

Flüge fast nur auf andere Kontinente - von Normalität noch keine Spur

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Waltraud und Horst Vogler aus Solingen freuen sich auf New York. Angst vor der Aschewolke haben sie nicht. Fotos:  Wettlaufer-Pohl

Frankfurt. Erleichterung pur: Als die ersten Flieger am frühen Dienstagmorgen aus Ägypten und Gran Canaria in Frankfurt eintreffen, fließen bei manchen Urlaubern Tränen. Endlich daheim. Seit gestern wird vor allem auf Interkontinentalstrecken wieder geflogen, doch von Normalität ist nicht zu reden.

Statt 1400 Flüge
nur 200 geplant

Sichtflug heißt das Zauberwort, um trotz Aschewolke zu fliegen. Aber auch dann dürfen laut Fraport maximal 30 Flieger in der Stunde starten und landen - und das auch nur bei schönstem Wetter. Gestern waren 200 Flüge geplant, normalerweise sind es auf Deutschlands größtem Flughafen 1400 am Tag.

Mittags sind die Hallen A und B im Terminal 1 zwar brechend voll, doch als die Passagiere für die wenigen Interkontinentalmaschinen abgefertigt sind, herrscht wieder gähnende Leere an den Schaltern. Bis zu 200 Flüge sollten gestern starten und landen, ein Klacks gegen den Normalbetrieb mit 80 Fliegern in der Stunde. Die Stimmung unter den Passagieren ist nicht mehr ganz so entspannt wie in den Tagen zuvor. Am Schalter der Emirates Airline in Terminal 2 etwa müssen einige enttäuscht umkehren, weil der Flug nach Dubai doch noch annulliert wurde. Ein koreanischer Geschäftsmann muss nun mit dem Zug nach Zürich, von dort könne er nach Dubai fliegen, heißt es. Aufgeregte Touristinnen zeigen weniger Verständnis für derlei Unbill.

Entspannt nach New York

Wesentlich entspannter das Ehepaar Vogler aus Solingen. Sein Flug nach New York ist einer der wenigen, die stattfinden sollen. Sie hatten ganz normal für den Dienstag gebucht. Angst haben die beiden nicht vor der Wolke, „ich glaube, da wird weit übers Ziel hinausgeschossen“, meint Horst Vogler.

Dass „kluge Leute weise Entscheidungen treffen, man also ruhig fliegen kann“, hofft Glen Blanche. Der amerikanische Kampfpilot muss zurück nach Afghanistan über Kuwait, das soll angeblich klappen. Hat er vielleicht mehr Angst vor dem, was ihn am Hindukusch erwartet? Blanche zuckt mit den Schultern: „Das ist mein Job.“

In einer langen Schlange in Halle B wartet Patricia Guaitani, die von Tucson (Arizona) über Denver nach Frankfurt gelangte. Und jetzt? „Mit dem Bus nach Mailand“, stöhnt sie. Einen Flieger gibt‘s ja nicht. Auch nicht für die französische Familie Noadera, die am Morgen aus Vancouver kam und nun ihr Flugticket nach Paris in eine Bahnfahrkarte umtauschen möchte. Bester Laune dagegen die 15 Schwaben aus Heilbronn, die auf dem Weg nach Kuba sind. Das bisschen Angst vor der Wolke hat der Reiseveranstalter mit einem kleinem Empfang mit Sekt und Häppchen erst mal vergessen lassen.

Bei der Flughafenbetreiberin Fraport herrscht keine Sektlaune. „Wir stellen uns darauf ein, dass die Einschränkungen noch länger dauern können“, so Fraport-Sprecher Jürgen Harrer. Fürs Personal heißt das Urlaub und Überstundenabbau. Denn die nächste Wolke ist unterwegs.

Von Petra Wettlaufer-Pohl

Quelle: HNA

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