Preis steigt bis 8,3 Prozent

Einige NVV-Tickets werden deutlich teurer als durchschnittliche Anhebung

Fahrkartenkauf im Kundenzentrum Eschwege: Die NVV-Tickets werden ab 12. Dezember um durchschnittlich 1,5 Prozent teurer.

Kassel. In gut einem Monat werden die Preise für Fahrten mit DB-Regionalbahnen um durchschnittlich 1,9 Prozent und die vom Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV) verkauften Tickets um 1,5 Prozent teurer. Das aber ist nur die halbe Wahrheit.

Denn: Einige Tickets werden überhaupt nicht teurer, andere aber um mehr als 1,5 Prozent, im Einzelfall gar 8,3 Prozent.

Hintergrund: Der NVV will aus Fahrkartenverkäufen im kommenden Jahr mindestens 1,5 Prozent mehr Einnahmen erzielen, kann aber nicht einfach auf jedes Ticket 1,5 Prozent aufschlagen. Wie sollte beispielsweise ein Kunde eine um 1,5 Prozent teurere Fahrkarte bezahlen, die heute 2,40 Euro kostet? Er müsste dann nämlich 2,436 Euro zahlen.

Gültig ab 12. Dezember

Also lässt der NVV einige Ticketpreise wie den oben erwähnten unangetastet, greift dafür aber bei anderen etwas deutlicher als 1,5-prozentig zu. Beispiel: Der Einzelfahrschein für Erwachsene in Preisstufe 1 kostet derzeit 1,90 Euro. Ab dem 12. Dezember wird er aber glatt zwei Euro teuer sein. Die Preissteigerung beträgt also nicht 1,5 Prozent, sondern knapp 5,3 Prozent. Diese Beispielrechnung ließe sich fortsetzen und zeigt, dass nicht alle Fahrpreise gleichmäßig angehoben werden, sondern nur einige. Und davon wiederum sind nur einige um mehr als 1,5 Prozent teurer, um die angepeilten Mehreinnahmen zu erzielen.

Kunden, die im KasselPlus-Gebiet unterwegs sind, zahlen durchschnittlich 1,65 Prozent mehr für die Fahrkarten, NVV-Nutzer, die in der Region unterwegs sind, aber nur 1,34 Prozent mehr. Das ergibt dann im NVV-Schnitt 1,5 Prozent.

Kinder zahlen kaum mehr

Nicht erhöht wurden die Preise für Einzelfahrkarten für Kinder und die meisten 5er-Tickets für Kinder sowie der überwiegende Teil der Einzelfahrkarten bei den Erwachsenen. NVV-Sprecherin Sabine Herms: „Gerade Erstnutzer sollen zu einem attraktiven Preis in den öffentlichen Nahverkehr einsteigen können.“

Die durchweg deutlichste Preissteigerung gibt es bei den sogenannten 5er-Tickets. Je nach Preisstufe liegt die absolute Erhöhung bei bis zu 30 Cent. Pro Karte sind zwischen rund zwei und im Einzelfall um bis zu 8,3 Prozent mehr zu bezahlen - nämlich auf der sogenannten Kurzstrecke, auf der man im Bus- und Tramverkehr maximal vier Haltestellen weit kommt. In der Eisenbahn darf man mit ihnen maximal drei Kilometer zurücklegen. Überwiegend werden etwa zehn Cent mehr pro Fahrt verlangt.

Von Jürgen Umbach

Quelle: HNA

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