Erfinder der „Jüdischen Vermächtnisse“

Prinz Wittgenstein ist tot

Gestorben: Casimir Prinz zu Sayn-Wittgenstein (93). Foto: dpa

HAMBURG / Hungen. Der frühere langjährige Schatzmeister der hessischen und der Frankfurter CDU, Casimir Prinz zu Sayn-Wittgenstein, ist am vergangenen Sonntag im Alter von 93 Jahren in Hamburg gestorben.

Der Stiefsohn des Frankfurter Industriellen Richard Merton (1881-1960) war 22 Jahre stellvertretender Vorsitzender der Metallgesellschaft. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde der Prinz aber erst 1999 bekannt, weil er eine der zentralen Figuren des CDU-Schwarzgeldskandals war.

Gemeinsam mit dem Ex-Finanzberater Horst Weyrauch und dem CDU-Politiker Manfred Kanther hatte er rund 21 Millionen D-Mark ins Ausland geschafft, um damit jahrelang die Parteiarbeit in Hessen zu finanzieren - nach allen bisherigen Erkenntnissen aber ohne Wissen der anderen CDU-Verantwortlichen. Der Prinz, der über beste Kontakte in aller Welt verfügte, hatte die Rückflüsse als jüdische Vermächtnisse getarnt und damit nach der Entdeckung des Skandals für große Empörung gesorgt. Woher das viele Geld ursprünglich stammte, liegt bis heute im Dunkel. Der Schatzmeister wurde wie seine Mittäter auch wegen Untreue angeklagt, das Verfahren wurde aber nach einiger Zeit wegen seines schlechten gesundheitlichen Zustandes eingestellt.

Von Petra Wettlaufer-Pohl

Quelle: HNA

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